Neun Jahre Haft für Flugzeug-Raucher

Birmingham. (dpa) Weil er sich auf dem Flugzeugklo eine Zigarette angezündet und damit eine Notlandung ausgelöst hat, muss ein 46 Jahre alter Brite für mehr als neun Jahre ins Gefängnis. Wie der Nachrichtensender BBC berichtete, erhöhte ein Berufungsgericht in Birmingham ein erstes Urteil von viereinhalb Jahren Haft um weitere fünf Jahre. Es folgte damit der Staatsanwaltschaft, die die erste Strafe als zu mild einschätzte. Der 46-Jährige hatte vor und während des Flugs von Birmingham ins ägyptische Sharm El-Sheikh im Jahr 2015 Alkohol getrunken und auf der Flugzeugtoilette geraucht. Mit der Zigarette verursachte er einen Brand im Mülleimer, den die Besatzung zunächst nicht löschen konnte. Die Maschine mit mehr als 200 Passagieren an Bord musste schließlich notlanden. mehr

Nasa entdeckt Jupiter neu

MIAMI. (afp) Auf dem Jupiter toben laut Nasa mächtige Stürme, die möglicherweise sogar Schnee oder Hagel bringen. Wie Forscher der US-Raumfahrtbehörde mitteilten, werfen die neuen Erkenntnisse das bisherige Wissen über den Gasriesen über den Haufen. Es entwickele sich das Bild von einem "ganz neuen Jupiter". Die Daten über die Stürme an den Jupiter-Polen lieferte die "Juno"-Sonde, die seit August den Planeten umkreist. Der Jupiter sei eine "komplexe, gigantische, turbulente Welt", heißt es. Die Forscher beschreiben zudem eine Fülle von Phänomenen, die sie seit der Jupiter-Umrundung entdeckten. Der Blick auf die Planeten-Pole brachte demnach dutzende, dichte Wirbelstürme mit Durchmessern von bis zu 1400 Kilometern zum Vorschein: "eine chaotische Szenerie heller, ovaler Merkmale". Zudem stießen die Wissenschaftler auf "Anzeichen für Ammoniak, das aus der tiefen Atmosphäre hervorquillt und gigantische Wettersysteme bildet". "Juno" lieferte auch Daten zum Magnetfeld des Jupiter. Der Planet habe keinen klar abgrenzbaren, sondern einen unscharfen Kern. Sein Magnetfeld erwies sich als zehn Mal so stark wie das der Erde. mehr

Samenbank-Chef verwendete eigenes Sperma

Den Haag. (afp) Der frühere Direktor einer Samenbank in den Niederlanden ist vermutlich der Vater von mindestens 19 Kindern, die nach einer In-Vitro-Fertilisation geboren wurden. Das habe ein DNA-Vergleich eines offiziellen Kindes des kürzlich verstorbenen Arztes Jan Karbaat mit der DNA der durch künstliche Befruchtung gezeugten Kinder ergeben, erklärte das Institut Fiom, das den Fall untersucht. Insgesamt 23 Niederländer haben einen DNA-Abgleich gefordert. Eltern und Kinder warfen dem Anfang April im Alter von 89 Jahren gestorbenen Karbaat vor, sein eigenes Sperma für die In-Vitro-Fertilisation verwendet zu haben - statt des in der Samenbank ausgewählten Spermas eines Spenders. mehr

Loch im Flugzeug entdeckt

Stuttgart/Düsseldorf. (dpa) Vor einem Air-Berlin-Flug von Düsseldorf nach Stuttgart ist nach dem Boarding ein Loch im Rumpf des Flugzeugs entdeckt worden. Nach Angaben eines Fluggastes auf Facebook wollte die Besatzung des Fliegers zunächst dennoch starten, obwohl Passagiere auf den Defekt hinwiesen. Air Berlin bestätigte gestern auf Nachfrage, dass es das Loch gab, bestritt aber, dass geplant war, trotzdem zu fliegen. "Auf den Hinweis, dass ein Loch in der Außenhaut des Flugzeugs ist, wurde vonseiten des Bodenpersonals entgegnet, dass wir bitte einsteigen und ,Vertrauen' in das Personal haben sollen", schrieb ein Passagier nach dem Zwischenfall von Sonntag auf seiner Facebook-Seite. Er lud auch ein Foto des Lochs hoch. "Erst auf massives Drängen von mir und einem weiteren Passagier hat der Kapitän sich das Flugzeug erneut von außen angeschaut", schreibt der Mann. Erst dann sei der Flug abgesagt worden. mehr

Elternstreit übers Impfen: BGH stärkt Befürworter

Karlsruhe. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem Streit zwischen getrennten Eltern den Impfschutz höher gewichtet als die Bedenken vor Impfrisiken. Sind sich Mutter und Vater uneins über die Impfung, müsse der impfskeptische Elternteil nachgeben, entschied der BGH gestern in Karlsruhe. Maßgeblich seien die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut, die als medizinischer Standard anerkannt sind, führten die Richter aus. Allein die Befürchtung der impfkritischen Mutter, dass die Empfehlungen auf einer "unheilvollen Lobbyarbeit von Pharmaindustrie und der Ärzteschaft" basierten, reiche nicht aus, dem Kind die Impfung zu verweigern. von (epd)mehr

39-Jähriger gesteht Gewalttat

HANNOVER. (afp) Im Prozess um die Gewalttat von Hameln, bei der ein Mann seine Exfrau hinter seinem Auto herschleifte, hat der Angeklagte die Tat gestanden. Der 39-Jährige ließ gestern zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Hannover über seinen Verteidiger erklären, dass es ihm Leid tue. Er muss sich wegen Bedrohung und versuchten Mordes verantworten. Er soll am 20. November 2016 bei der Übergabe des gemeinsamen kleinen Sohns mit seiner Exfrau in Streit geraten sein. Er habe auf die damals 28-Jährige eingeprügelt, mit einem Messer auf sie eingestochen und dann mit der stumpfen Seite einer Axt auf sie eingeschlagen. Danach soll er ihr ein Seil um den Hals gelegt haben und sie damit hinter seinem Auto hergeschleift haben, um sie zu töten. Der gemeinsame Sohn saß mit im Auto. Nach rund 200 Metern löste sich das Seil, die Frau überlebte daher schwer verletzt. Der Beschuldigte erschien kurz nach der Tat auf einer Polizeiwache und ließ sich festnehmen. mehr

Männer vergewaltigen 13-Jährige in Elternhaus

Wismar. (afp) Das Amtsgericht Wismar hat gestern Haftbefehl gegen zwei Männer erlassen, die sich an einem 13-jährigen Mädchen vergangen haben sollen. Gegen die 19 und 31 Jahre alten Männer wird wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes und Vergewaltigung ermittelt. Die Jugendliche und der 19-Jährige hatten sich über einen Messengerdienst kennengelernt. Die Beschuldigten verschafften sich am Freitagabend Zutritt zum Elternhaus des Mädchens in einem Dorf in der Nähe von Wismar und vergewaltigten die 13-Jährige. Als die Mutter des Mädchens nach Hause kam, flüchteten die mutmaßlichen Täter. Die Polizei nahm sie nach kurzer Fahndung am Wohnort des jüngeren Verdächtigen in Lübeck fest. mehr

Todesfahrer vom Times Square angeklagt

New York. (dpa) Der Todesfahrer vom New Yorker Times Square ist wegen Mordes angeklagt worden. Der Ex-Marinesoldat Richard Rojas müsse sich wegen Mordes sowie wegen versuchten Mordes verantworten, teilte die Polizei gestern mit. Der 26-Jährige war direkt nach der Tat am Donnerstag festgenommen worden. Rojas war mit seinem Pkw in eine Menschenmenge an dem bei Touristen beliebten Platz in Manhattan gerast. Dabei wurde eine 18-jährige Frau getötet. Weitere 22 Menschen wurden verletzt, darunter die 13-jährige Schwester des Todesopfers. Vier der 22 Verletzten schwebten nach Angaben der Feuerwehr vom Donnerstag in Lebensgefahr. Ihre Überlebenschancen seien aber gut. mehr

Richter schläft während Verhandlung – Urteil ungültig

Kassel. (epd/afp) Wer schläft, ist "geistig abwesend". Dies gilt auch für Richter und kann zur Ungültigkeit eines Urteils führen, entschied das Bundessozialgericht gestern. Ursprünglich ging es in dem Rechtsstreit um den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Der Kläger wollte die Zahlung gerichtlich durchsetzen. Doch die mündliche Verhandlung stand unter keinem guten Stern. Ein ehrenamtlicher Richter kam deutlich zu spät und war offenbar noch sehr müde. Er sei "mit auf die Brust gesunkenem Haupt sofort eingeschlafen und habe tief sowie hörbar geatmet". Die Klage des Mannes muss nun nochmal neu verhandelt werden. mehr

Auto fährt in New York in Fußgängergruppe

New York. Offenbar unter Alkoholeinfluss ist ein Autofahrer am New Yorker Times Square in eine Gruppe von Fußgängern gefahren und hat dabei mindestens einen Menschen getötet und 22 verletzt. Die Polizei nahm den Mann fest. Zu den Hintergründen hieß es, man gehe von einem "Einzelfall" aus, es werde weiter ermittelt. Das Foto eines Twitter-Nutzers zeigte ein Auto, das auf den Gehweg gefahren war und auf Pollern einer Verkehrsinsel hängen blieb. Videoaufnahmen zeigten die abgesperrte Kreuzung und mehrere Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr. Der Times Square in Manhattan gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten bei Touristen. In der Gegend liegen Büros, Geschäfte sowie viele Theater und Restaurants. von Agenturmehr

Immer mehr Jugendliche fahren mit Helm Rad

Berlin. Jugendliche tragen beim Fahrradfahren immer häufiger einen Helm. Das hat eine repräsentative Verkehrsbeobachtung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ergeben. Bei den 11- bis 16-Jährigen habe sich die Helmquote im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2015 von 29 auf 34 Prozent erhöht. Bei Kindern im Alter zwischen sechs und zehn Jahren sei die Quote mit 76 Prozent konstant hoch. "Fahrradfahren wird immer beliebter. Das Fahrradhelm-Tragen zum Glück auch", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gestern in Berlin. von Agenturmehr

Windrad-Flügel durchbohrt Lkw

Bielefeld. (dpa) Bei einem Auffahrunfall auf der A 33 bei Bielefeld hat ein riesiger Windradflügel das Führerhaus eines Lkws durchbohrt. Obwohl die Kabine beim Unfall komplett zerstört wurde, erlitt der 61 Jahre alte Fahrer nur leichte Verletzungen. Der mit dem 62 Meter langen Flügel beladene Schwertransporter aus Bremerhaven wollte gestern gerade die Autobahn verlassen, als der Lastwagen des 61-Jährigen aus ungeklärter Ursache gegen das Begleitfahrzeug stieß. Bei einem Ausweichmanöver fuhr er auf den Windradflügel auf. Dieser wurde vom Transporter geschoben und schwenkte mit der Spitze auf die Gegenfahrbahn, wo er zum Liegen kam. mehr

Höxter-Opfer spricht über Qualen im Horror-Haus

Paderborn. (dpa) Im Mordprozess um das "Horrorhaus" von Höxter hat eine Zeugin den beiden Angeklagten schwere Vorwürfe gemacht und von monatelangen Qualen berichtet. Die 52-Jährige schilderte vor dem Landgericht Paderborn, wie sie von 2011 bis 2012 mehrfach körperlich gequält wurde. Dabei soll die Angeklagte Angelika W. (48) Pfefferspray eingesetzt haben. Der mitangeklagte Wilfried W. (47) habe ihr mit einer Schaufel vor den Kopf geschlagen, bevor sie das Opfer zurück nach Magdeburg geschickt hätten. Beide Angeklagte hätten ihr mit dem Tod gedroht, wenn sie zur Polizei gehen würde. Das Paar soll jahrelang Frauen in ihr Haus gelockt und schwer misshandelt haben. Zwei Frauen starben sogar infolge der Quälereien. mehr

Spitzenkoch Wohlfahrt hört in „Schwarzwaldstube“ auf

Baiersbrunn. (dpa) Spitzenkoch Harald Wohlfahrt zieht sich aus seinem Drei-Sterne-Restaurant "Schwarzwaldstube" in Baiersbronn zurück. Nach 40 Jahren übergibt er die Leitung des renommierten Hauses endgültig an seinen langjährigen Sous-Chef Torsten Michel. Dieser habe das Lokal bereits seit 2016 als Küchenchef gemeinsam mit Wohlfahrt geführt, hieß es gestern. Der 61 Jahre alte Wohlfahrt ist der dienstälteste Drei-Sterne-Koch Deutschlands und verteidigt diese höchste Auszeichnung der Spitzengastronomie seit nunmehr 25 Jahren. mehr

Tödliche Irrfahrt: Rentner muss nicht ins Gefängnis

Bad Säckingen. Nach seiner tödlichen Irrfahrt in der Fußgängerzone in Bad Säckingen muss der heute 85-jährige Autofahrer nicht ins Gefängnis. Er wurde gestern zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt, außerdem darf er nicht mehr ans Steuer. Der Mann habe sich der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht, entschied das Amtsgericht in Baden-Württemberg. Bei dem Unglück Anfang Mai 2016 habe er Gas und Bremse seines Automatikautos verwechselt. Der Wagen sei daraufhin unkontrolliert in eine Menge gerast. Eine 63 Jahre alte Frau sowie ein 60-jähriger Mann kamen ums Leben. Der Rentner hatte vor Gericht gestanden und um Verzeihung gebeten. von Agenturmehr

Luxus-WC ist Touristen-Magnet

New York. Für rund 250 000 Dollar ist die nobelste öffentliche Toilette New Yorks saniert worden. Das kostenlose WC im Bryant Park mitten in Manhattan ist ein Magnet für Touristen und Anwohner. Zu den Luxus-Merkmalen zählen aus Europa importierte Porzellankacheln, die Dauerberieselung mit klassischer Musik und eine Klimaanlage. Anders als sonst in New York ist Trinkgeld verboten, ebenso das Rauchen, Spucken, Zähnebürsten, Wäsche waschen oder Vordrängeln. Jährlich werden rund eine Million Besucher erwartet. von afpmehr

Elfjährige stirbt bei Wildwasserfahrt in Freizeitpark

Tamworth. Bei einer Wildwasserfahrt in einem britischen Freizeitpark ist eine Elfjährige ums Leben gekommen. Der Drayton-Manor-Park in der Nähe von Birmingham blieb deshalb gestern noch geschlossen. Der genaue Hergang des Unglücks vom Dienstagnachmittag ist weiterhin unklar. Nach einem Bericht der "Mail online" soll das Mädchen ins Wasser geschleudert worden sein, als es aufstand, um den Platz im Gummiboot zu tauschen. Der Unfall ereignete sich an der etwa 25 Jahre alten Rafting-Attraktion "Splash Canyon". Dort jagen Besucher in einem runden Gummifloß, das Platz für bis zu sechs Personen hat, über das Wildwasser. von Agenturmehr

Angezündeter Obdachloser: War es versuchter Mord?

Berlin. Rund vier Monate, nachdem junge Männer in der Weihnachtsnacht in einem Berliner U-Bahnhof versucht haben, einen schlafenden Obdachlosen anzuzünden, hat gestern der Prozess gegen sieben Angeklagte im Alter von 16 bis 21 Jahren begonnen. Sechs von ihnen wird versuchter Mord vorgeworfen. Der 37-jährige Obdachlose hätte laut Anklage "qualvoll verbrennen können". Dem siebten Angeklagten wird unterlassene Hilfeleistung zur Last gelegt. Mehrere Verteidiger kündigten für ihre Mandanten Aussagen für den zweiten Prozesstag am Freitag an. Sechs der Männer befinden sich seit Ende Dezember in U-Haft. Sie sollen die Tat spontan und gemeinsam geplant haben. von Agenturmehr

Umsiedlung von Eidechsen kostet Bahn 15 Millionen

Stuttgart. Die Umsiedlung von Eidechsen für das umstrittene Milliardenprojekt Stuttgart 21 kostet nach Angaben der Bahn rund 15 Millionen Euro. Bei Wendlingen wurden in den vergangenen Wochen 200 streng geschützte Zauneidechsen von einem Bauplatz für die ICE-Trasse Stuttgart-Ulm eingesammelt, wie die Bahn gestern mitteilte. 250 solche Reptilien werden dort vermutet. In Stuttgart-Untertürkheim müssen gut 6000 Mauereidechsen umgesiedelt werden. Den Start der Bauarbeiten in Wendlingen hätten die Tiere schon um 18 Monate verzögert, sagte Projektsprecher Jörg Hamann. Experten fingen die Kriechtiere mit einer an einer Rute befestigten Schlinge. Sie werden zehn Kilometer weiter wieder angesiedelt. Durch Planung, Gutachten, Monitoring, Fang und Grunderwerb koste die Umsiedlung einer Eidechse zwischen 2000 Euro und 4000 Euro, hieß es. von Agenturmehr

42 Welpen bei Erlangen aus illegalem Transport befreit

Erlangen. (dpa) Zusammengepfercht, ohne Futter, ohne Wasser: Die Polizei hat einen illegalen Welpentransport mit 42 kleinen Hunden auf der Autobahn 3 in Bayern gestoppt. Bei der Kontrolle eines tschechischen Wagens in Erlangen-Höchstadt fanden Beamte in der Nacht auf Sonntag die mehreren Wochen alten Tiere in fünf Plastikboxen im Kofferraum und auf dem Rücksitz. Der 59 Jahre alte Fahrer war auf dem Weg nach Belgien, wo er die Hunde verkaufen wollte. Sie trugen keinen Chip, auch hatte der Mann keine Papiere bei sich. Gegen den Fahrer wird nun wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt. mehr