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100 Jahre altes Schneeballwurf-Verbot
Auch diese Gesetze sind wirklich skurril

Auch in Deutschland gibt und gab es einige Gesetze, die Fragen aufwarfen.(Symbolbild)
Auch in Deutschland gibt und gab es einige Gesetze, die Fragen aufwarfen.(Symbolbild) FOTO: dpa / Sebastian Kahnert
In einer US-Gemeinde wurde ein hundert Jahre altes Schneeballwurf-Verbot durch einen Drittklässler gekippt. Wir zeigen weitere skurrile Verordnungen und Gesetze, die eine Menge Fragen aufwerfen.

Die Geschichte klingt eigentlich unglaublich. In den USA hat ein Drittklässler eine Gemeindeverordnung in seinem Heimatort gekippt, die Schnellballschlachten verbot. Fast 100 Jahre war es in der Gemeinde Severance in Colorado gültig. Jetzt ist es Geschichte, weil sich Dane Best gegen diese Verordnung zur Wehr setzte. Klar ist: Diese Verordnung fällt in jedem Fall in die Kategorie Skurriles Gesetz. Davon gibt es weltweit eine ganze Menge. RP ONLINE hat einige kuriose Fakten gesammelt.


Deutschland

Todesstrafe



Bis zur Wahl in Hessen im Oktober stand dort tatsächlich die Todesstrafe in der Landesverfassung. Der Passus galt seit Ende 1946 und legitimierte die Todesstrafe bei besonders schweren Verbrechen - tatsächliche Gültigkeit hatte er allerdings nicht. Der Grund: In Deutschland gilt „Bundesrecht bricht Landesrecht“ und Artikel 102 des Grundgesetzes erklärt die Todesstrafe für abgeschafft. Bei der Landtagswahl sprachen sich 83,2 Prozent für die Abschaffung des „stillgelegten“ Paragraphen in der Verfassung aus.

Marschieren verboten

Paragraph 27 der Straßenverkehrsordnung regelt es ganz klar: Im Gleichschritt über eine Brücke zu marschieren, ist verboten. Der Grund: die dadurch entstehenden Schwingungen sind schlecht für die Brückenkonstruktion.

Radfahren und Autofahren verboten

Auf Helgoland dürfen Bewohner und Touristen weder mit dem Auto fahren, noch mit dem Rad. Das regelt Paragraph 50 der StVo, die sogenannte Sonderregelung für Helgoland.

Majestätsbeleidigung

Diese Erfahrung musste Satiriker Jan Böhmermann machen. Nach seinem verbreiteten „Schmähgedicht“ gegen den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan und den kontroversen Diskussionen, einer Anklage und massiven politischen Spannungen, entschloss sich die Bundesregierung, den umstrittenen Paragraphen abzuschaffen.

Dieser sah vor, dass Beleidigungen gegen ausländische Staatsoberhäupte und Vertretern ausländischer Staaten eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft mit sich ziehen.

England

Männer dürfen in der Öffentlichkeit urinieren, solange es am Hinterreifen des eigenen Autos passiert und die rechte Hand auf dem Auto ist.

Belgien

Wenn ein Autofahrer trotz Gegenverkehr wenden will oder muss, hat er solange Vorfahrt, bis er die Geschwindigkeit verringert oder anhält.

China

Ertrinkende Menschen dürfen nicht gerettet werden, weil dies ein Eingriff in ihr Schicksal wäre.

USA

Auch hier gilt: Teilweise sind die Verordnungen schon uralt und/oder wurden abgeschafft. Dennoch sind sie durchaus interessant.

Händchen halten

In Tennessee ist es zum Beispiel den Schülern untersagt, mit ihren Partnern in der Öffentlichkeit Händchen zu halten.

Oralsex verboten

Oralsex ist in Oklahoma qua Gesetz verboten und kann mit einem Jahr im Gefängnis bestraft werden.

Auf Hintern klopfen

In einer kleinen Gemeinde in Virginia droht den Männern bis zu 60 Tage Gefängnis, wenn sie Frauen auf den Hintern klatschen.

Regeln für Feuerwehrmänner

Und in Huntington in West Virginia gibt es ganz klare Regeln für Feuerwehrmänner. Im Einsatz ist das Flirten mit Frauen untersagt, auch Hinterherpfeifen ist nicht gerne gesehen.

Staubsauger

In Colorado sollte man den Staubsauger nicht an die Nachbarn verleihen. Ein Gesetz sieht es vor.

Knoblauch streng verboten

Hat man innerhalb vier Stunden vor dem Besuch Knoblauch gegessen, ist es in der Kleinstadt Gary in Indiana es den Leuten verboten, ins Kino oder Theater zu gehen. Auch öffentliche Verkehrsmittel dürfen sie nicht nutzen.

Schlüssel vergessen in der Schweiz

60 Franken Strafe sind fällig, wenn ein Autobesitzer den Schlüssel im Wagen stecken lässt.

Lama-Haltung

Werden Lamas gehalten, dann niemals alleine. Denn das Tierschutzgesetz in der Schweiz sieht vor, dass die Tiere stets in Gruppen gehalten werden. Beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen liest sich diese Regelung wie folgt: „Lamas und Alpakas müssen zusammen mit Artgenossen in Gruppen gehalten werden. Werden sie im Freien gehalten, brauchen sie Schutz vor großer Hitze sowie Nässe und Kälte.“

Hundefleischverzehr

Wer sagt, nur in China essen sie Hunde liegt falsch: Auch in der Schweiz darf man das. Neben dem Reich der Mitte ist die Schweiz eines der wenigen Länder, in denen Verzehr von Hundefleisch noch erlaubt ist. Nur der kommerzielle Verkauf ist verboten, der Verzehr nicht.

Absätze tragen

Das Tragen von hohen Absätzen in der eigenen Wohnung ist in einigen Gemeinden qua Verordnung untersagt: Aus Rücksichtsnahme auf die Nachbarn.

(mja)