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Rückblick auf die Fernsehsaison
Spitzenquote für Merkel und Schulz

Die Fernsehsaison ist zu Ende: Rückblick auf neun Monate TV zwischen Mai und September.

(dpa) Viele Abschiede und einige Überraschungen: Die TV-Saison 2017/18 ist vorbei. Zu den Siegern gehören das Duell zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Martin Schulz (SPD) im Bundestagswahlkampf sowie die ein wenig im Schatten des unschlagbaren ARD-„Tatorts“ stehenden ZDF-Krimis am Samstag oder Montag, die teilweise auf ähnliche Quoten kommen. Eine kleine Bilanz:


16 Millionen So viel Publikum hat sonst nur ein EM- oder WM-Spiel der Fußball-Nationalmannschaft. Auf fünf Sender verteilt erreichte den Wert aber auch das TV-Duell zwischen Merkel und Schulz: Saisonrekord. Mit 9,3 Millionen Zuschauern hatte das Erste die Nase vorn. Den Münster-„Tatort“ am 19. November sahen 12,89 Millionen und das Ausscheiden von Bayern München aus der Champions League im April 11,64 Millionen im ZDF.

Das ZDF-Krimidrama Oft mit ähnlich viel Publikum wie der „Tatort“: Gleich zu Jahresbeginn brachte es der „Taunuskrimi“ als Zweiteiler auf 6,98 und 7,46 Millionen Zuschauer. Leonard Lansink kam mit „Wilsberg“ am 6. Januar sogar auf 8,31 Millionen, „Die Toten vom Bodensee“ sahen 8,01 Millionen.



Die Kehrseite Der Sat.1-Film am Dienstag wird kaum noch wahrgenommen. Zu selten laufen Eigenproduktionen. Tiefpunkt war im September „Love is in the Air“ mit 1,44 Millionen Zuschauern. Auch den Veronica-Ferres-Film „Liebe auf den ersten Trick“ wollten im März nur 1,82 Millionen sehen.

Der Flop des Jahres Auch der gehört Sat.1. Die groß angekündigte Gründerreihe „Start up!“ mit Investor Carsten Maschmeyer wurde wegen ganz schwacher Resonanz auf die Internetseite des Senders geschoben. Vermutlich verträgt der Markt nur eine gut gemachte Showreihe in diesem Genre, und die hat Vox mit „Die Höhle der Löwen“ – auch mit Maschmeyer – im Programm.

Die Abschiede Lena Odenthals Mitstreiter Mario Kopper, gespielt von Andreas Hoppe, sagte im Winter adé und bescherte dem Ersten mit seinem letzten Krimi eine Schnapszahl von 9,99 Millionen Zuschauern. Im ZDF endete nach 25 Jahren und 38 Filmen im März die Krimireihe „Bella Block“ mit ihrem Aushängeschild Hannelore Hoger –- rund sieben Millionen Menschen waren dabei. Das ZDF musste sich zudem von den Champions-League-Übertragungen verabschieden.

Der Coup des Jahres Der gelang ZDFneo: Am 14. Februar lief die Krimiwiederholung „Blutsschwestern“ – der acht Jahre alte Fall mit Florian Martens und der inzwischen gestorbenen Maja Maranow holte mit 3,16 Millionen Zuschauern die beste Quote, die bislang für den kleinen Sender gemessen wurde.

Und die Show? Weiter keine Neuerscheinungen in Sicht. Horst Lichter schaffte mit der abendfüllenden Ausgabe von „Bares für Rares“ stets zwischen fünf und sechs Millionen Zuschauer. Die deutsche ESC-Vorentscheidung verlief nach Quoten im Ersten mies, das Finale von Lissabon mit rund 7,7 Millionen Zuschauern unterdurchschnittlich. Selbst bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“, der Deutschen liebster Show, war zuletzt der Rückwärtsgang eingeschaltet: 6,72 Millionen sahen das Finale, eine Million weniger als im Jahr davor. Und auch ProSieben hat inzwischen gesehen, dass Steffen Henssler („Schlag den Henssler“) kein vollwertiger Nachfolger von Stefan Raab ist.

Weiter schwer überschaubar Der Streamingmarkt in Deutschland wird bereits von Millionen Menschen zu Hause oder auch mobil genutzt. Doch exakte Angaben über das Nutzungsverhalten machen die großen Anbieter wie Amazon Prime Video oder Netflix nicht.