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Vorwürfe von sexuellen Übergriffen
Staatsanwalt will Immunität des Papst-Botschafters aufheben lassen

 Luigi Ventura wird vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Januar 2018 begrüßt.
Luigi Ventura wird vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Januar 2018 begrüßt. FOTO: AFP / LUDOVIC MARIN
In Paris hat die französische Staatsanwaltschaft die Aufhebung der Immunität des Botschafters des Papstes, Luigi Ventura, wegen mehrerer Belästigungsvorwürfe beantragt.

Sie bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht der Zeitung "La Croix". Gegen Ventura wurden vier Anzeigen erstattet, drei der Kläger wurden bereits von Ermittlern angehört, wie die Nachrichtenagentur AFP aus informierten Kreisen erfuhr.


Mindestens drei der Kläger werfen dem 74-Jährigen vor, sie unsittlich am Hintern angefasst zu haben. Gegen den päpstlichen Gesandten ermittelt deshalb bereits seit Ende Januar die Pariser Staatsanwaltschaft.

Die französische Regierung hatte den Vatikan in der Sache bereits zum Handeln aufgerufen. Europaministerin Nathalie Loiseau sprach von "schwer wiegenden" Vorwürfen gegen den Nuntius. Ventura ist seit 2009 Gesandter in Frankreich und genießt deshalb diplomatische Immunität.



Aus Kanada war ein ähnlicher Vorwurf bekannt geworden, wo Ventura früher als Nuntius diente. Papst Franziskus hatte Ende Februar zum Abschluss einer Missbrauchskonferenz im Vatikan angekündigt, künftig transparent mit solchen Vorwürfen umzugehen. Die Kirche wolle Missbrauchsfälle nicht mehr vertuschen oder verharmlosen, versprach er.

(felt/AFP)