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Mit Sonnenkraft um die Welt

Abu Dhabi. Die Erde umrunden in einem Flugzeug, das nur von der Kraft der Sonne angetrieben wird. Was nach Science-Fiction klingt, ist gestern in den Arabischen Emiraten zur Realität geworden. Dpa-Mitarbeiter Thomas Burmeister

Es fehlte nicht viel, und Bertrand Piccard wäre vom Himmel gefallen. Als der Schweizer Flugpionier 1999 nach der ersten Nonstop-Ballonfahrt um die Welt in Ägypten landete, war der Propangas-Tank für den Ballon fast leer. "Damals schwor ich mir", berichtete Piccard, "dass ich die nächste Weltumrundung unabhängig von Treibstoff machen würde." Nun ist es so weit. Piccard ist gestern mit dem Schweizer Piloten André Borschberg zur Umrundung der Erde in einem Sonnenenergie-Flugzeug (Si2) gestartet.

Rund zwölf Stunden später glückte im Sultanat Oman auch die erste planmäßige Landung. 25 Tage werden Piccard und Borschberg abwechselnd in der Luft sein. Über Maskat im Oman soll es weitergehen nach Indien und China bis in die USA. Von New York aus führt die Route über den Atlantik nach Nordafrika und schließlich Ende Juli wieder an den Persischen Golf.

Angetrieben wird das Experimentalflugzeug von vier Elektromotoren, deren Kraft aus 17 248 Solarzellen kommt, die in den 72 Meter langen Flügeln verbaut sind. Die Höchstgeschwindigkeit des Fliegers beträgt 140 Stundenkilometer, die maximale Flughöhe 8500 Meter.

Zwar könne die Si2 einen Monat lang ohne Unterbrechung fliegen, erklärte Piccard, an eine Erdumrundung in einem Rutsch, sei aber trotzdem nicht zu denken. Mehrere Etappen seien vor allem nötig, weil kein Pilot so lange durchhalten kann, wie die Maschine für die Erdumrundung benötigt.

Für ihren Traum vom Fliegen ohne Treibstoff nehmen die beiden Piloten erhebliche Gefahren auf sich. Was, wenn die Batterien, mit denen die Elektromotoren angetrieben werden, doch nicht so lange durchhalten wie berechnet? Oder wenn das Wetter über dem Pazifik umschlägt? Die übereinstimmende Antwort: "Wir sind auf alles vorbereitet." Sie hätten Fallschirmabsprünge geprobt und mit Experten der deutschen Bundesmarine auch Landungen im Wasser trainiert, erklärte Piccard.

Mit Spannung schaut die Fachwelt bereits auf die siebte der zwölf Flugetappen. Dann geht es von Nanjing in China über den Pazifik nach Hawaii. Für die 8172 Kilometer ist eine Flugzeit von 120 Stunden errechnet worden - fünf Tage und Nächte muss der Pilot im 3,8 Quadratmeter kleinen Cockpit durchhalten. Abgesehen von der Raumfahrt wird es das erste Mal sein, dass ein Mensch versucht, einen derartig langen Flug zu absolvieren.