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Mindestens neun Tote bei Zugunglück in Südtirol

Castelbello. Bei einem schweren Zugunglück in Südtirol sind gestern mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, mindestens 28 weitere wurden verletzt. Nach Angaben der italienischen Behörden wurde der Regionalzug am Morgen in der Nähe von Meran von einem Erdrutsch erfasst und entgleiste. Ursache soll eine geplatzte Wasserleitung sein, durch die der Boden aufgeweicht wurde

Castelbello. Bei einem schweren Zugunglück in Südtirol sind gestern mindestens neun Menschen ums Leben gekommen, mindestens 28 weitere wurden verletzt. Nach Angaben der italienischen Behörden wurde der Regionalzug am Morgen in der Nähe von Meran von einem Erdrutsch erfasst und entgleiste. Ursache soll eine geplatzte Wasserleitung sein, durch die der Boden aufgeweicht wurde. Nach Angaben der italienischen Feuerwehr wurde ein Waggon der kleinen Regionalbahn gegen neun Uhr mitten in den Bergen von den bis zu 15 Meter breiten Schlamm- und Geröllmassen erfasst. Der Zug wurde demnach regelrecht von den Schienen gerissen, einer der Waggons blieb wenige Meter über dem Fluss Etsch hängen. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, versuchte die Feuerwehr, mit Hilfe von Kabeln zu verhindern, dass er den Hang hinabstürzte. Verwirrung herrschte zunächst über die Zahl der Opfer. Der Gouverneur von Bozen, Luis Durnwalder, sprach am Nachmittag von mindestens neun Toten. Im ersten Chaos hätten die Retter falsch gezählt, sagte er zu Meldungen, dass mindestens elf Todesopfer geborgen worden seien. Er schloss aber nicht aus, dass weitere Opfer unter den Schlammmassen begraben sein könnten. Sieben Insassen wurden demnach schwer verletzt. Der Zivilschutz errichtete ein Feldkrankenhaus, für Angehörige wurde eine Hotline eingerichtet. Offen blieb zunächst, ob auch Deutsche unter den Opfern waren. Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurde das Generalkonsulat eingeschaltet, doch lagen bis zum Nachmittag keine Hinweise vor. Die italienische Verbraucherschutzorganisation Codacons forderte eine "sofortige Aufnahme von Ermittlungen, um die Verantwortlichkeiten zu klären". Die Eisenbahnstrecke war erst 2005 eröffnet worden und galt laut Ansa als eine der modernsten in Südtirol. afp