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Millionenraub an Mautstelle

Avallon. An der Autobahn zwischen Paris und Lyon hat ein bewaffnetes Kommando Schmuck im Wert von rund neun Millionen Euro erbeutet. Die Tat reiht sich an andere spektakuläre Juwelendiebstähle in Frankreich. Christine Longin

Die Mautstelle Avallon dürften viele Urlauber kennen, die auf der Autoroute du Soleil im Sommer Richtung Südfrankreich fahren. Liegt sie doch an der Autobahn A6 auf halbem Weg zwischen Paris und Lyon . Dort lauerten in der Nacht zum Mittwoch 15 vermummte und schwer bewaffnete Männer zwei Transportern auf, die Schmuck im Wert von neun Millionen Euro transportierten. Die Diebe kaperten die beiden Kleinlaster. Rund 50 Kilometer vom Tatort entfernt fand die Polizei die beiden ausgebrannten Fahrzeuge. Die Täter entkamen Richtung Paris , wie die Zeitung "L'Yonne" berichtet. Ihren Überfall hatten die Männer gut vorbereitet. Mit Kalaschnikows stoppten sie die Fahrer, ohne dass jemand verletzt wurde.

Der Coup erinnert an den in Frankreich legendären Tony Musulin. Der Fahrer der Geldtransportfirma Loomis war 2009 mit seinem Fahrzeug geflohen, als seine beiden Kollegen in Lyon eine Pause machten. 11,5 Millionen Euro erbeutete Musulin damals. Der heute 44-Jährige stellte sich später der Polizei und verbüßte eine Haftstrafe von vier Jahren. 2,5 Millionen seiner Beute wurden allerdings nie gefunden. Seit 2013 ist der "Jahrhundertdieb", dessen Geschichte sogar verfilmt wurde, wieder auf freiem Fuß.

Während Musulin ein Einzeltäter war, gingen die Juwelendiebe, die 2007 und 2008 den Luxus-Juwelier Harry Winston in Paris ausraubten, im Team vor. Rund 900 Teile stahlen die Täter in dem Laden in der schicken Avenue Montaigne unweit der Champs Elysées. Zu Haftstrafen zwischen neun Monaten und 15 Jahren wurden acht Mitglieder der Bande Ende Februar verurteilt, zu der auch ein Sicherheitsbeamter gehörte. Dank seinen Hinweisen hatten die Diebe praktisch die gesamte Auslage des renommierten Geschäfts leergeräumt und so eine Beute im Wert von insgesamt 92 Millionen Euro gemacht.

Den größten Juwelenraub der Geschichte landete allerdings im Sommer 2013 ein bewaffneter Mann, der im Luxushotel Carlton in Cannes die Diamanten einer Ausstellung einsammelte. 103 Millionen Euro waren die Schmuckstücke wert - die höchste Summe, die je an Juwelen geraubt wurde. Die Polizei vermutete die "Pink Panther" hinter dem immer noch nicht aufgeklärten Coup. Die Diebesbande aus dem früheren Jugoslawien schlägt besonders oft in Frankreich zu - ihr Name wird mittlerweile auch mit dem Überfall von gestern in Verbindung gebracht.