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Letzte "Fiesta" in Barcelona

In Katalonien gibt es am Sonntag den letzten Stierkampf. Foto: dpa
In Katalonien gibt es am Sonntag den letzten Stierkampf. Foto: dpa
Madrid. Wenn Serafín Marín an diesem Sonntag beim Stierkampf in Barcelona dem letzten von sechs Stieren den Todesstoß versetzt, geht eine Epoche zu Ende. Danach wird es in Katalonien keine Stierkämpfe mehr geben. Die "Fiesta" in der Arena "La Monumental" ist die letzte der Saison. Danach tritt am 1 Von dpa-Mitarbeiter Hubert Kahl

Madrid. Wenn Serafín Marín an diesem Sonntag beim Stierkampf in Barcelona dem letzten von sechs Stieren den Todesstoß versetzt, geht eine Epoche zu Ende. Danach wird es in Katalonien keine Stierkämpfe mehr geben. Die "Fiesta" in der Arena "La Monumental" ist die letzte der Saison. Danach tritt am 1. Januar 2012 das Stierkampfverbot in Kraft, dass das katalanische Parlament vor gut einem Jahr für die Region verabschiedet hatte. "Ich bin sehr traurig, wenn ich daran denke, dass ich den letzten Stier in der Arena von Barcelona töten werde", sagte der Torero der Zeitung "El Mundo". "Ich werde mich künftig wie ein Verfolgter fühlen, wie ein Torero im Untergrund, der in seiner Heimat seinen Beruf nicht ausüben darf."Tierschützer hatten das Verbot des blutigen Spektakels als einen großen Erfolg gefeiert. Allerdings hatten die Parlamentarier damals nicht allein an das Wohl der Tiere gedacht. Es spielten auch andere Motive eine Rolle. Katalanische Nationalisten betrachten den Stierkampf als etwas typisch Spanisches und lehnen die Fiesta auch aufgrund antispanischer Ressentiments ab. Zudem nahm das Parlament die umstrittene Tradition der "Correbous" von dem Verbot ausdrücklich aus. Dabei handelt es sich um Stiertreiben, die auf Volksfesten in bestimmten katalanischen Gemeinden stattfinden und bei denen Stiere auf verschiedene Weise gepiesackt werden.


Im Grunde war der Stierkampf in Katalonien bereits tot, bevor er verboten wurde. Die Arena in Barcelona war zuletzt die einzige in der Region, die noch in Betrieb war. Die 18 000 Plätze waren bei Kämpfen zumeist nicht einmal zu einem Drittel gefüllt. Im übrigen Spanien steckt der Stierkampf ebenfalls in einer schweren Krise. Von 2007 bis 2010 ging die Zahl der Festivals im ganzen Land um 34 Prozent auf 1700 zurück. Die große Mehrheit der jungen Spanier suchen sich ihre Idole lieber bei den Popstars oder Fußballern als bei den Toreros.



In Katalonien gibt es am Sonntag den letzten Stierkampf. Foto: dpa
In Katalonien gibt es am Sonntag den letzten Stierkampf. Foto: dpa