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Cathy Hummels vor Gericht
Wie der Prozess gegen Cathy Hummels Instagram für immer verändern könnte

 Cathy Hummels mit ihrem Anwalt Christian-Oliver Moser im Münchener Landgericht.
Cathy Hummels mit ihrem Anwalt Christian-Oliver Moser im Münchener Landgericht. FOTO: dpa / Tobias Hase
Am Montag steht Cathy Hummels vor dem Landgericht München. Sie soll für Produkte geworben haben, ohne dies zu kennzeichnen. Das Urteil könnte weitreichende Folgen für die ganze Influencer-Szene haben.

Vor dem Münchner Landgericht wird seit Montag unter Beteiligung von Instagram-Berühmtheit Cathy Hummels ein für die PR-Branche bundesweit bedeutender Rechtsstreit ausgefochten: Welche Informationspflichten gelten für Influencer? Die Richter haben das persönliche Erscheinen der Ehefrau von Fußball-Profi Mats Hummels angeordnet. Kläger ist der Verband Sozialer Wettbewerb, ein in Fachkreisen für seine zahlreichen Abmahnungen bekannter Berliner Verein. Der Vorwurf: Cathy Hummels mache auf dem Foto-Portal Instagram verbotene Werbung.


Ein Urteil gab es am ersten Prozesstag noch nicht. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, fällt ein Urteil laut einer Gerichtssprecherin erst am 29. April.

Der Anlass der Klage: Hummels hat Werbeverträge mit mehreren Modefirmen. Diese Beiträge kennzeichnet die frühere Moderatorin entsprechend als „bezahlte Partnerschaft“. Der Verein hat sie wegen 15 Postings verklagt, bei denen dieser Hinweis fehlte. Im Juli hatte Hummels in einem dieser Fälle eine Abmahnung akzeptiert, in den übrigen Fällen aber will sie die Sache bis zum Ende ausfechten, weil diese Beiträge nach Angaben ihrer Anwälte nicht mit Gegenleistungen verbunden waren. Der Verein hat neben Cathy Hummels mehrere weitere Influencer verklagt, darunter Fitness-Model Pamela Reif.



Cathy Hummels folgen auf Instagram rund 465.000 Benutzer. Vor dem Prozess schrieb sie: „Zugegeben, ein bisschen aufgeregt bin ich, weil ich Angst habe, dass ich es nicht schaffe klar zu machen wie wirr, unfair, unsinnig, zeitintensiv und ausbeutend dieser Abmahnwahnsinn ist.“ Bereits im vergangenen Jahr hatte Hummels in 15 Fällen eine Abmahnung erhalten und in einem davon diese auch akzeptiert. „Wir gehen notfalls bis zum Bundesgerichtshof“, hatte Hummels’ Anwalt Christian-Oliver Moser zu den übrigen Fällen erklärt.

Das Verfahren stößt keineswegs nur bei Hummels' Followern auf Interesse. Denn der Prozess berührt die Frage, ob Prominente überhaupt Produkte oder Dienstleistungen aus freien Stücken empfehlen dürfen, ohne dabei eine Klage zu riskieren. Das Anheuern bezahlter Influencer ist in vielen Branchen üblich, sogar etablierte Industriefirmen wie Siemens haben Influencer-Verträge mit Experten.

(cpas/dpa)