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Experten fordern Kursänderung bei Organspende

Hamburg. Mediziner, Juristen und Politiker fordern eine grundsätzliche Debatte über die Praxis der Organvergabe in Deutschland

Hamburg. Mediziner, Juristen und Politiker fordern eine grundsätzliche Debatte über die Praxis der Organvergabe in Deutschland. Es gehe um die Frage, wen man angesichts des Organmangels retten wolle und wen man nicht mehr retten könne, zitiert der "Spiegel" den Chirurgen Gerd Otto: "Wenn die Patienten mit ganz schlechten Erfolgsaussichten ausgeschlossen würden, gäbe es keinen so schlimmen Organmangel mehr." Otto plädiert als neues Kriterium bei der Verteilung von Organen für den sogenannten Benefit - die Differenz zwischen der Lebenserwartung mit und ohne Transplantation. Danach bekäme derjenige Patient das Organ, dessen Leben sich durch die Transplantation voraussichtlich am meisten verlängert. Der Medizinrechtler Thomas Gutmann von der Universität Münster bezeichnete die derzeitige Praxis als klaren Verfassungsbruch. kna