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Kommentar
Ein Unglück, von Menschen gemacht

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Sind die beiden Toten von Hannover eine Tragödie? Ja. Ist ihr Hund der Schuldige? Nein. Denn das Problem bei allen „Beiß-Attacken“, die immer wieder passieren und zum Glück nur selten tödlich enden, liegt am anderen Ende der Leine. Bei den Haltern. Das klingt grausam, weil jetzt zwei Menschen tot sind. Aber nicht sachgerecht wäre es, die offenbar falsche Haltung des Hundes zu ignorieren. Und grausam ist auch, bei der Debatte über Kampfhunde – die nur so heißen, weil Menschen sie einst dazu gemacht haben – nur nach Verboten zu rufen. Oder nach Einschläfern, was jetzt auch „Chico“ droht. Das nützt keinem und verhindert gar nichts. Von Frauke Scholl
Frauke Scholl

Es gibt keine echten Belege, dass Hunde natürlich aggressiv sind. Die Abkömmlinge des Wolfs sind domestiziert, sie tun, was die Menschen wollen. Und sie folgen ihren Instinkten, wenn Menschen sie falsch erziehen. Oder gar nicht. Nur die Pflicht zur richtigen Haltung – Hundeführerscheine – kann das Attacken-Risiko sinken. In Hannover gilt der Schein. Wieso passierte das Unglück trotzdem? Der Faktor heißt Mensch. Auch wenn Hund einfacher wäre.