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TV-Doku
Liebeserklärung an den „King of Pop“

Michael Jackson im März 2009.
Michael Jackson im März 2009. FOTO: REUTERS / STEFAN WERMUTH
Am Mittwoch wäre Michael Jackson 60 Jahre alt geworden. Eine Doku zeigt die „Geschichten seines Lebens“.

Es war kein 0815-Leben. Eine Kindheit im Scheinwerferlicht, ein gnadenloser Vater, Schönheits-OP-Wahn, Gerichtsverfahren um Missbrauchsvorwürfe – und eine gigantische Musik-Karriere. Als Michael Jackson im Jahr 2009 starb, hatte er mit seinen 50 Jahren mehr erlebt als die meisten Menschen in 80 oder 90.


Der „King of Pop“ hinterließ der Welt unglaubliche Geschichten. ProSieben will die „Top 30“ davon in der Dokumentation „We love: Michael Jackson“ erzählen. Sie wird an dem Tag ausgestrahlt, an dem Jackson seinen 60. Geburtstag gefeiert hätte – und ist eine Hommage, eine Liebeserklärung.

Auf den Spuren Jacksons in den USA



Das Moderatoren-Pärchen Thore Schölermann und Jana Kilka begibt sich in den USA auf einem Jackson-Roadtrip auf die Spuren des Sängers – von seiner Schule bis zur Neverland-Ranch, dem Ort, an dem Jackson sich selbst für seine verlorene Kindheit entschädigte.

Die beiden treffen die Schwester La Toya Jackson, die sagt: „Ich glaube nicht, dass es im gesamten Universum noch einmal jemanden wie ihn geben wird.“ Er sei „ein großartiger Vater, ein großartiger Bruder und einfach insgesamt unglaublich“ gewesen.

Die Moderatoren besuchen das Gruselhaus aus dem „Thriller“-Video, treffen die Schauspielerin Ola Ray, die damals an Jacksons Seite tanzte in dem Clip, der als erfolgreichstes Musikvideo aller Zeiten gilt, und die – so sagt sie in der Doku – auch mal was hatte mit dem „King of Pop“, eine „kleine, intime Sache“. Auch seine Ehen mit Lisa-Marie Presley und Debbie Rowe sind ein Thema.

Stars wie Paul McCartney kommen zu Wort

Um nachzuvollziehen, wie Jacksons Alltag ausgesehen haben könnte, besuchen Schölermann und Kilka zusammen mit dem Jackson-Fan Mark Forster beispielsweise Jacksons mexikanisches Lieblingsrestaurant. Stars wie Ex-Beatle Paul McCartney und Schauspieler Russell Crowe erinnern sich an seine Telefonstreiche. Schauspieler Chris Tucker erzählt, wie Jackson sich verkleidete, wenn sie gemeinsam ins Kino gingen – und wie er sich dann durch sein schrilles Lachen doch verriet. Eine Episode der Dokumentation beschäftigt sich mit seiner verhinderten Karriere als Hollywood-Star: „Er wollte Spiderman spielen.“

Die etwas distanzlose Dokumentation zeichnet Jacksons Leben nach, der am 29. August 1958 in Indiana geboren wurde und nur wenig später mit seiner Familie nach Los Angeles zog. Dort durfte Jackson noch ein paar Jahre ein erstaunlich normales Leben als erstaunlich normaler Schüler führen.

Am meisten berührt die allerdings oft eher an der Oberfläche kratzende Sendung, wenn es um die dunklen, tragischen Seiten in Jacksons Leben geht. Während die in einen Gerichtsprozess mit Freispruch mündenden Missbrauchsvorwürfe gegen Jackson vergleichsweise kurz behandelt werden, bekommt die schwierige Beziehung zu seinem Vater viel Platz.

Die Bühne als Heimat

„Der Mega-Erfolg kostet Michael Jackson die Kindheit“, heißt es in der Dokumentation. „Die Bühne war mein Zuhause“, sollte er Oprah Winfrey Jahre später erzählen. „Aber wenn ich von der Bühne herunterkam, war ich traurig.“ Er erinnert sich daran, wie er weinte, wenn er auf dem Weg ins Plattenstudio spielende Kinder sah und er stattdessen arbeiten musste. Und daran, wie sein Vater ihn schlug und er sich aus Angst vor ihm übergeben musste.

Jacksons Freund David Gest hat als Wendepunkt in Jacksons Karriere einen Unfall beim Dreh zu einem Pepsi-Werbespot ausgemacht. Dabei zog sich Jackson wegen einer folgenschweren Verbindung zwischen einem verunglückten Feuerwerk und viel Haarspray schwere Verbrennungen am Kopf zu. Für Gest ist das der Startpunkt in die Schmerzmittelabhängigkeit, die Jackson Jahre später das Leben kosten sollte. 2009 starb der Sänger mit nur 50 Jahren in Los Angeles – wenige Wochen vor dem geplanten Start seiner Comeback-Tour „This is It“.

„We love: Michael Jackson“, ProSieben, 20.15 Uhr

(dpa)