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| 20:21 Uhr

Die Zukunft ist bunt - aber nicht zu bunt

Regensburg. In Regensburg soll ein Unternehmer sein neu renoviertes Haus wieder umstreichen, weil es der Stadt zu bunt ist. Die Verwaltung sieht in der von einem Künstler gestalteten Fassade den "Tatbestand der Verunstaltung erfüllt"

Regensburg. In Regensburg soll ein Unternehmer sein neu renoviertes Haus wieder umstreichen, weil es der Stadt zu bunt ist. Die Verwaltung sieht in der von einem Künstler gestalteten Fassade den "Tatbestand der Verunstaltung erfüllt". Der Eigentümer des mehrstöckigen Wohn- und Geschäftsgebäudes, der Malermeister Franz Rebl, denkt aber gar nicht daran, das erst vor wenigen Wochen in poppigen Farben neu gestrichene Haus wieder zu weißen. Er will es auf einen Prozess ankommen lassen.

"Man würde damit einen Präzedenzfall schaffen", begründete eine Magistratssprecherin am Freitag die Haltung der Stadt. Sonst würden in Zukunft vielleicht auch andere Unternehmen ihre Firmengebäude quasi zu riesigen Werbeflächen umgestalten. Es gehe der Verwaltung darum, auch außerhalb der zum Weltkulturerbe ernannten historischen Altstadt auf das Stadtbild zu achten. Bei dem Gebäude handelt es sich um einen typischen Zweckbau aus den 1970er Jahren im Norden Regensburgs. Seitdem das Gebäude mit riesigen gelben, grünen und roten Klecksen neu gestaltet wurde, reagieren die meisten Menschen zustimmend. Selbst die Stadtverwaltung räumt ein, dass es viele positive Reaktionen auf die farbige Gestaltung des einst tristen Hauses gebe.

Auch den Experten der Stadt ist aufgefallen, dass der Anstrich "offensichtlich auf einen ästhetischen Bruch" zu der strengen, rechtwinkligen Architektur des Gebäudes abzielt. Dennoch fällt das Urteil verheerend aus: "Das scheinbar freie Farbenspiel erhält dadurch eine aggressive Komponente", so die Stadt.

Der Heidelberger Künstler Carsten Kruse hat den Entwurf gemacht, Rebls Malerkolonnen haben dann die Ausführung übernommen. Kruses Motto lautet: "Die Zukunft ist bunt". Rebl beruft sich auf die im Grundgesetz garantierte Kunstfreiheit. dpa