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Die royale Langeweile

London. Im Juli 2013 stand Großbritannien Kopf: Vor der Geburt von Prinz George brach ein Mediensturm los, und die Briten warteten gespannt auf den kleinen Royal. Das zweite Kind von William und Kate lässt dagegen noch viele vergleichsweise kalt. dpa-Mitarbeiter Michael Donhauser

Der britische Wettanbieter Ladbrokes musste schon ziemlich tief in die Trickkiste greifen, um die Einsätze auf das nächste Royal Baby in Großbritannien in die Höhe zu treiben. Er veranstaltete das "Barkingham-Palace-Race", ein gestelltes Hunderennen. Hierbei sollten Geschlecht und Name für das zweite Kind von Prinz William und seiner Frau Kate ermittelt werden. Bei dem Wettlauf traten nicht die in England bei solchen Veranstaltungen üblichen Windhunde an - sondern Corgis, die kleinen Lieblingshündchen der Queen.

Der Corgi mit dem Namen Alexandra auf dem roten Leibchen war der schnellste. Sollten die Hündchen als Orakel taugen, wird Kate also im April eine Tochter zur Welt bringen.

Geht es nach den Buchmachern, könnte das öffentliche Interesse an dem Thema rund vier Wochen vor dem angeblichen Geburtstermin endlich Fahrt aufnehmen. Denn verglichen mit der Aufregung, den die bevorstehende Geburt von Prinz George in Großbritannien ausgelöst hatte, ist die Öffentlichkeit an der zweiten Schwangerschaft Kates kaum interessiert. Nicht einmal die Eingrenzung des Geburtstermins auf "Mitte bis Ende April", die der werdenden Mutter kürzlich bei einem Auftritt über die Lippen kam, erregte signifikante Aufmerksamkeit.

Die royale Langeweile ist gewollt. Die Medienstrategen hinter William und Kate haben seit der Hochzeit des Paares im April 2011 die Devise "kontrollierte Defensive" ausgegeben. Die Meute der Journalisten bekommt gerade so viel Futter, um ihren Heißhunger auf Neuigkeiten aus der Welt hinter den Palastmauern zu stillen. Aber viel zu wenig, um Skandalgeschichten zu stricken. Damit können beide Seiten halbwegs leben - auch Prinz William, der nach der Paparazzi-Jagd auf seine Mutter Diana nicht gut auf die Presseschar zu sprechen ist.

Auch er konnte nicht verhindern, dass vor der Geburt seines ersten Sohnes im Juli 2013 das weltweite Medieninteresse überbordete. Jede Kleinigkeit wurde zur großen Story aufgeblasen, die Fotografen platzierten sich Wochen vor dem Geburtstermin vor dem Krankenhaus, um sich Standplätze für die besten Fotos zu sichern. Diesmal wird nicht einmal darüber spekuliert, in welcher Klinik Kate niederkommen wird - dass es wieder der private Lindo Wing des Londoner St.-Marys-Hospital sein wird, gilt als ausgemacht. Und auch dort sind royale Geburten schon Routine.