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Unfall auf Mallorca
Deutscher Tourist stirbt nach Rad-Drama

Horror-Crash auf der Ferieninsel: Eine 28-jährige Spanierin raste am Donnerstag auf Mallorca mit ihrem SUV in eine Gruppe von 15 Radfahrern aus Deutschland. Einer von ihnen starb in der Nacht zu Freitag im Krankenhaus.  
Horror-Crash auf der Ferieninsel: Eine 28-jährige Spanierin raste am Donnerstag auf Mallorca mit ihrem SUV in eine Gruppe von 15 Radfahrern aus Deutschland. Einer von ihnen starb in der Nacht zu Freitag im Krankenhaus.   FOTO: Biel Capo / dpa
Palma. Eine Autofahrerin rast auf Mallorca in eine Gruppe Fahrrad-Urlauber. Ein Mann aus Deutschland stirbt. Kein Einzelfall: Radler leben auf der Insel recht gefährlich.

Der Höhepunkt seiner Mallorca-Reise ist für einen deutschen Radtouristen zur Tragödie geworden. Der Mann war am Donnerstag mit mehreren Mitstreitern eines Trainingscamps auf einer Landstraße unterwegs zum höchsten Berg der spanischen Urlaubsinsel, dem 1445 Meter hohen Puig Major – da wurde er von einer Autofahrerin von hinten erfasst und überrollt. Er hatte keine Chance. Im Krankenhaus in Manacor starb er in der Nacht zum Freitag.


Neben dem Todesopfer wurden in der Nähe von Capdepera im Nordosten Mallorcas acht weitere Fahrer der deutschen Gruppe verletzt, zwei von ihnen schwer. Sie sind nicht die ersten Unfallopfer als Radtouristen auf der Insel.

Radsportler leben auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln nicht ungefährlich. Erst am Ostersonntag wurde auf Menorca ein Radler von einem Wagen überfahren und getötet. Auf den Balearen starben in den vergangenen Jahren bei ähnlichen Unfällen allein in der Radsport-Hauptsaison im Frühling bis zu sechs Menschen. Bei einer Protestkundgebung forderte der balearische Radsport-Verband FCIB voriges Jahr Gegenmaßnahmen und bessere Gesetze zum Schutz der Fahrradfahrer. FCIB-Sprecher beklagten eine „alarmierende Zahl von Unfällen“. Der Radsportverband appelliert an Autofahrer, gerade auch auf den vorwiegend sehr engen Straßen Mallorcas bei Überholmanövern einen Mindestabstand von 1,50 Meter zu Radfahrern einzuhalten. Das ist nicht immer möglich. Ein Busfahrer sagte jüngst dem „Mallorca Magazin“: „Ich fahre regelmäßig nach Sa Calobra runter, zwölf Kilometer Serpentinen – da kann ich selten Radfahrer überholen. Das Einzige, was hilft, ist Geduld und nochmal Geduld.“

Das Unfallfahrzeug bei Capdepera wurde laut Polizei von einer Spanierin gesteuert. Von Medien zitierte Augenzeugen versicherten, die 28-Jährige habe zu keinem Zeitpunkt gebremst und sei auf einer geraden Landstraße in ihrem SUV mit hoher Geschwindigkeit in die Gruppe gerast. Der Augenzeuge Juan Esteban sagte dem TV-Sender La Sexta: „Der Knall war erschütternd. Helme, Turnschuhe, Flaschen, Radteile und Reifen flogen durch die Luft.“

Die Polizei nahm Ermittlungen auf – und die Fahrerin zunächst in Gewahrsam. Ein erster Drogentest ergab, dass die Frau Cannabis konsumiert hatte – das Ergebnis müsse aber von einem Labor in Madrid noch bestätigt werden, hieß es. Die Mutter einer sechsjährigen Tochter wurde am Freitag unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.