| 10:15 Uhr

„Ich musste herkommen“
Familienministerin Giffey legt Blumen für getöteten 35-Jährigen nieder

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) legt am Tatort einen Strauß Blumen nieder.
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) legt am Tatort einen Strauß Blumen nieder. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert
Familienministerin Franziska Giffey hat als erstes Mitglied der Bundesregierung den Gedenkort in Chemnitz besucht. Sichtlich bewegt verharrte sie an der Stelle, an der ein 35-Jähriger am Sonntag niedergestochen worden war.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat am Freitagmorgen in Chemnitz des 35-jährigen Mannes gedacht, dessen gewaltsamer Tod zu Ausschreitungen geführt hatte. Die SPD-Politikerin legte am Freitagmorgen an einem provisorischen Gedenkort einen Blumenstrauß mit sechs weißen Rosen nieder. Anschließend verharrte sie sichtlich bewegt an der Stelle, an der der Mann am vergangenen Sonntag niedergestochen worden war.


"Mir war klar, dass ich herkommen muss - um zu hören, was Sie brauchen in Ihrem so wichtigen Einsatz für Demokratie und Zusammenhalt", erklärte Giffey. Sie ist das erste Mitglied der Bundesregierung, das nach den Vorfällen von Chemnitz die Stadt besucht. Anschließend wolle sie Vertreter der Zivilgesellschaft treffen.

Am Vorabend hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei einem Besuch in der Stadt um Vertrauen in die staatliche Ordnung geworben. "Der Grundsatz unseres Zusammenlebens ist Demokratie und Rechtsstaatlichkeit", sagte Kretschmer am Donnerstagabend zum Auftakt eines schon länger geplanten Bürgergesprächs.



Die Veranstaltung wurde von einer neuen Kundgebung der rechtsextremen Organisation Pro Chemnitz begleitet - die Polizei registrierte mindestens acht Straftaten. Für das Wochenende sind erneut Kundgebungen angekündigt, sowohl von Rechtsextremen als auch von einem Bürgerbündnis, das sich unter dem Motto "Herz statt Hetze" gegen Fremdenfeindlichkeit wendet.

(ubg/AFP/dpa/Reuters)