Outlet-Betreiber hofft auf Flughafen-Rettung

Outlet-Betreiber hofft auf Flughafen-Rettung

120 Geschäfte mit 1120 Mitarbeitern hat das Style Outlet Center in Zweibrücken. Jetzt steht die Existenz des benachbarten Flughafens infrage. Welche Folgen eine Schließung für das Handelszentrum hätte, will der Outlet-Betreiber aktuell noch nicht abschätzen.

Noch gehe er von einer Rettung des Flughafens Zweibrücken aus: "Wir hoffen auf eine konstruktive Mitwirkung aller Beteiligten, den Flughafen Zweibrücken zu erhalten beziehungsweise eine Übernahme des Flughafenbetriebes durch einen Investor zu ermöglichen", sagt Ralf Steinebrunner, Asset Management Director von Neinver Deutschland, in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Neinver bewirtschaftet neben dem Style Outlet Center in Zweibrücken als zweitgrößter europäischer Outlet-Betreiber weitere 14 Outlet-Center in sechs europäischen Ländern.

Doch die Chancen für den Flughafen stehen schlecht. Zwar laufen für den insolventen Airport Gespräche mit Investoren. Ob und wie der Flugbetrieb weitergeführt wird, ist aber offen. Eine Schließung steht im Raum. Was ein Aus für den Betrieb des Outlet-Centers bedeuten würde - dazu will Steinebrunner sich noch nicht äußern. Das Center darf aktuell wegen Sonderregelungen im Einzugsgebiet von Flughäfen zwölf Mal im Jahr an Sonntagen öffnen.

Aktuell lockt das Outlet-Center zahlreiche Besucher in die Großregion. 76 Prozent der Kunden kommen nach einer Erhebung der Betreiber aus Deutschland. Rheinland-Pfalz habe dabei mit 36 Prozent den größten Anteil, 21 Prozent der Kunden kommen aus dem Saarland, neun Prozent aus Baden-Württemberg, sechs Prozent aus Hessen und vier Prozent aus anderen Bundesländern. Bei den 24 Prozent ausländischen Kunden dominieren Besucher aus Frankreich und Luxemburg.

28 Millionen Menschen sind seit der Eröffnung im März 2001 in die Shops gekommen. 2013 erzielte das Outlet Center nach Angaben von Steinebrunner einen Besucherrekord von 3,46 Millionen. Auch bis August 2014 habe sich die positive Entwicklung fortgesetzt, sagt Steinebrunner.

Das ursprünglich angespannte Verhältnis zum örtlichen Handel im Raum Zweibrücken , Homburg und dem übrigen Saarland zu Zeiten der Eröffnung des Outlet-Centers, sieht Steinebrunner inzwischen als entspannt an. "Wir ziehen ein positives Resümee. Die Produktpalette von Outlet-Centern unterscheidet sich vom Angebot des umliegenden Einzelhandels." Zudem würden viele Outlet-Besucher auch einen Abstecher nach Zweibrücken und die Umgebung machen. "Eine Kundenbefragung aus diesem Jahr untermauert das: 19,5 Prozent der Besucher haben angegeben, dass sie noch weitere Ziele auf ihrem Programm haben, und 9,8 Prozent besuchen die Innenstadt". Die Unternehmensphilosophie von Neinver sei darauf ausgelegt, "langfristige und vertrauensvolle Synergien mit der Region sowie mit den ansässigen Institutionen, Einzelhandels- und Tourismus-Verbänden zu bilden". So sei das Zweibrücker Outlet-Center "seit der Eröffnung engagiertes, aktives Vorstandsmitglied in der Werbegemeinschaft Zweibrücken ". Es sei zudem "Präsentationsplattform für die umliegenden Tourismusziele". Es bestehe eine Zusammenarbeit mit über 200 regionalen Hoteliers und Freizeiteinrichtungen. An gemeinsamen verkaufsoffenen Sonntagen fahre zudem ein Shuttle-Bus vom Outlet in die Innenstadt.