Oppositionsparteien fordern Reformen des ÖPNV

Oppositionsparteien fordern Reformen des ÖPNV

Grüne und Piraten fordern deutliche Reformen im saarländischen ÖPNV. Während Grünen-Chef Hubert Ulrich eine neue Struktur fordert, regen die Piraten den Ausbau der Saarbahn an.

Anlässlich der sinkenden Fahrgastzahlen im saarländischen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) fordert die Grünen-Landtagsfraktion erneut, die angekündigte Novelle des ÖPNV-Gesetzes vorzulegen. Die Landesregierung schiebe die "wichtige Strukturreform im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehr vor sich her", sagt Fraktionschef Hubert Ulrich . "Fakt ist, dass der ÖPNV im Saarland ineffizient und unattraktiv ist. Dass die Nutzerzahlen sinken und gleichzeitig die Einnahmen steigen, ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass hier ein grundlegender Fehler im System steckt."

Ulrich kritisiert konkret die zerklüftete Struktur des ÖPNV, bei dem Zuständigkeiten, Kompetenzen und Finanzmittel "an unterschiedlichen Stellen liegen". Auch gebe es keine vernetzte und übergeordnete Planung. "Von einem echten Verkehrsverbund kann keine Rede sein", kritisiert der Grünen-Vorsitzende.

Die Grünen fordern einen Zusammenschluss von Land, Kreisen und Kommunen im Zweckverband Personennahverkehr Saar (ZPS). Dadurch würden die Zuständigkeiten, Kompetenzen und Finanzmittel unter einem Dach gebündelt.

Die Piratenpartei forderte derweil, das Angebot der Saarbahn durch eine Aktivierung der Strecken nach Überherrn und Großrosseln weiter auszubauen. "Zu großen Teilen sind die Haltepunkte und das Schienennetz noch in einem guten Zustand. Das würde eine Saarbahn links der Saar ermöglichen", sagte Michael Hilberer , verkehrspolitischer Sprecher der Piratenfraktion. Durch eine Reaktivierung der bereits vorhandenen Strecken könnte der Verkehr in Saarbrücken deutlich reduziert und damit Menschen und Umwelt in der Region entlastet werden. "Das wäre ein wichtiger Schritt für die Verkehrsplanung in Saarbrücken ", sagt Hilberer.

Die Piraten halten die Idee auch für finanziell attraktiv: "Entlang des Korridors haben wir ein Fahrgastpotenzial von 2,3 Millionen Nutzern jährlich errechnet", sagt Hilberer.