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| 21:14 Uhr

Opel muss weiter bangen

Berlin. Staatshilfen, Treuhandmodelle, Übernahme-Konzepte - die ausgefeilten Ideen allein können Opel nun nicht mehr retten. Eine lange Nacht lang saßen Deutschlands Spitzenpolitiker im Kanzleramt, zwölf Stunden lang bissen sie auf Granit in Verhandlungen mit den USA, die das letzte Wort sprechen Von afp-Mitarbeiter Klaus Geiger

Berlin. Staatshilfen, Treuhandmodelle, Übernahme-Konzepte - die ausgefeilten Ideen allein können Opel nun nicht mehr retten. Eine lange Nacht lang saßen Deutschlands Spitzenpolitiker im Kanzleramt, zwölf Stunden lang bissen sie auf Granit in Verhandlungen mit den USA, die das letzte Wort sprechen. Am Ende stand eine simple Einsicht: Nur die gute alte Diplomatie kann den Autobauer noch retten. Vizekanzler und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) telefonierte umgehend mit US-Kollegin Hillary Clinton. Denn die Bundesregierung hat nur noch eine Chance. Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) wird wohl am Wochenende in die Insolvenz gehen - eine neue Krisenrunde entscheidet heute über die Zukunft von Opel. Dabei war der Optimismus groß, als die Polit-Prominenz am Mittwochabend in ihren Limousinen ins Kanzleramt rollte. Doch schon bald wird deutlich, dass etwas faul ist: Für die US-Regierung setzt sich nur ein drittklassiger Abgesandter an den Tisch im Kanzleramt. Die erste böse Überraschung lässt nicht lange auf sich warten: Prompt zu Beginn der Schicksalsrunde lässt General Motors kühl verlauten, dass für die Opel-Abspaltung weitere 300 Millionen Euro fehlen. Und ging es zuletzt nur um die Frage, wer Opel übernehmen wird, ist wieder unklar, ob die Übernahme überhaupt möglich ist. Dabei wollten die an Opel interessierten Bieter die Nacht im Kanzleramt eigentlich vor allem dazu nutzen, um sich nochmals von ihrer besten Seite zeigen. Doch die Bieter, Fiat-Chef Sergio Marchionne und der Gründer des Autozulieferers Magna, Frank Stronach, sollten nur Statisten sein. Die Chefs der an Opel interessierten Großkonzerne müssen die Nacht in separaten Büros verbringen. Fiat-Chef Marchionne steht mit einer Gruppe von Getreuen immer wieder im Hof des Kanzleramts - zum Rauchen. "Wir konnten uns gar nicht mit den Investoren beschäftigen, weil wir alle Hände voll mit den Rahmenbedingungen zu tun hatten", sagt Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) nach den Verhandlungen. Denn die USA hatten in dieser Nacht noch einen weiteren Schock für Kanzlerin, Minister und Ministerpräsidenten parat. Der Besuch aus Übersee will keine Sicherheiten bieten. Im Klartext: Die US-Seite will Geld für Opel von der Bundesregierung. Zugleich will sie aber nicht garantieren, dass Opel überlebt und der Staat sein Geld auch wiedersieht. Und die US-Regierung hat das letzte Wort - denn Opel gehört zu General Motors und GM faktisch dem Staat. Einziger Hoffnungsschimmer für Opel: Die USA und Deutschland eint ein Minimal-Konsens. Beide wollen nicht, dass Opel in die Insolvenz rutscht. Denn die US-Regierung würde in diesem Fall die Kontrolle über den europäischen Autobauer verlieren. Erst um fünf Uhr deutscher Zeit gibt es Hoffnung. Binnen 48 Stunden soll die Runde erneut im Kanzleramt tagen. Die USA sollen bis dahin zusichern, dass es nach einer milliardenschweren Brückenfinanzierung für Opel auch weitergeht. Für die fehlenden 300 Millionen Euro sollen die Investoren mit der US-Regierung einen Deal finden. Scheitert dieser letzte Rettungsversuch, ist Opel pleite.