Obermosel-Winzer starten kommende Woche mit Ernte

Weinlese-Start : Diese Weinlese lässt hohe Qualität erwarten

Als erstes saarländisches Weingut starteten die Ollingers aus Sehndorf in die diesjährige Lese. Die Trauben versprechen eine vorzügliche Qualität.

Man stelle sich vor, es ist Weinlese – und keiner geht hin. So geschehen am Montag, dem offiziellen Starttermin des Weinleseausschuss für die Ernte im Dreiländereck. Das war aber weder eine Protestaktion noch ein Versäumnis, sondern vielmehr Qualitätsbewusstsein.

 „Die Trauben hängen so gut, sind von so vorzüglicher Qualität, dass jeder Tag Sonnenschein die Qualität noch weiter steigert,“ meinte ein sichtlich zufriedener Winzerpräsident Gerd Petgen, sprach’s und reiste noch schnell nach Bordeaux, um dort beim Marathon an den Start zu gehen. Als erstes saarländisches Weingut startete am Mittwochmorgen Jungwinzer Simon Ollinger mit seinen Eltern Willi und Inge mit 15 Helfern im Perler Klosterberg bei 25 Grad und Sonnenschein in die Lese, um Weiß- und Spätburgundertrauben für die Sektherstellung zu ernten.

 „Die Trauben sind gesund, hängen da wie gemalt, und der Jahrgang hat ein Riesenpotenzial,“ bestätigte er die Meldung des Winzerpräsidenten. „Bei den Mengen gibt es durch die Trockenheit zwar Einbußen“, verrät Simon Ollinger, „aber lange nicht so schlimm wie befürchtet.“ Bereits in der vergangen Woche war das Bioweingut aus Sehndorf schon einmal im Einsatz, um die frühen Solaris-Trauben zu ernten, aber nur, um aus ihnen Traubensaft zu machen.

Der Großteil der saarländischen Winzer wird nun wahrscheinlich Anfang bis Mitte der nächsten Woche in die Weinlese einsteigen. Simon Ollinger entschied sich bewusst für den früheren Termin, um bei den jetzt geernteten Weißburgunder-Trauben keine zu hohen Öchsle-Gewichte zu erzielen, was für einen spritzigen säurebetonten Sekt kontraproduktiv wäre. Vom deutlich früheren Erntebeginn in der benachbarten Pfalz lässt sich Simon Ollinger nicht ins Bockshorn jagen.

„Wir sind in diesem Jahr so früh dran wie selten, die Trauben sind supergesund und wir können die Lese ganz ohne Hetze in aller Ruhe angehen, um allerbeste Ergebnisse zu erzielen“, betont der Jungwinzer aus Sehndorf. Bei den in der Pfalz bereits geernteten Trauben handelt es sich nach seiner Aussage im Regelfall um frühe Sorten, die ausschließlich für den „Federweißen“ gebraucht werden. Gereicht wird dieser  junge Wein, der vier bis fünf Prozent Alkohol hat und prickelnd und erfrischend schmeckt,  unter anderem  zu Flammkuchen, Zwiebelkuchen oder Esskastanien.

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