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| 21:14 Uhr

Nur keine Hektik

Meinung. Im Rahmen der langwierigen Verhandlungen über die Zukunft des Autobauers Opel hat Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg immer wieder auch eine mögliche Insolvenz ins Spiel gebracht. Zwar scheint es unwahrscheinlich, dass der CSU-Mann ausgerechnet in Wahlkampfzeiten eine Insolvenz dieser Größenordnung ernsthaft erwägt. Die Hoffnung aber mag erlaubt sein, dass Guttenberg meint, was er sagt Von Joachim Wollschläger

Im Rahmen der langwierigen Verhandlungen über die Zukunft des Autobauers Opel hat Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg immer wieder auch eine mögliche Insolvenz ins Spiel gebracht. Zwar scheint es unwahrscheinlich, dass der CSU-Mann ausgerechnet in Wahlkampfzeiten eine Insolvenz dieser Größenordnung ernsthaft erwägt. Die Hoffnung aber mag erlaubt sein, dass Guttenberg meint, was er sagt.Die hektischen Verhandlungen der vergangenen Tage haben in den Hintergrund treten lassen, was eines der wichtigsten Probleme des Autoherstellers ist: Opel alleine ist nicht überlebensfähig - und die Interessenten haben kein überzeugendes Konzept. Wenn der Wirtschaftsminister einen solchen Plan gebetsmühlenartig einfordert, tut er das wirtschaftlich einzig Vernünftige. Denn andernfalls wird die Sicherung von Opel zu einem Milliardengrab, das die missglückte Holzmann-Rettung weit in den Schatten stellt.Was wir dagegen aktuell erleben, ist ein Geschacher auf dem Rücken der Opel-Angestellten, das auf dem Niveau einer schlechten Seifenoper angekommen ist. Das US-Finanzministerium schickt einen nachrangigen Unterhändler nach Berlin, der sich ständig telefonisch seine Position neu bestätigen lassen muss. Und die Opel-Mutter GM sprengt mit einer überraschenden Nachforderung über 350 Millionen Euro die nächtlichen Verhandlungen im Berliner Kanzleramt. Was lernen wir daraus? Außer der Bundesregierung hat niemand ernsthaftes Interesse an einer Zukunft für Opel. Zwar hat GM Werke und Patente an die Adam Opel GmbH übertragen und so den Weg für eine Treuhandlösung geebnet, die plötzlich eingebrachte Millionen-Forderung allerdings konterkariert dieses entgegenkommende Verhalten. Die harte Haltung der Regierung Obama wiederum zeigt, dass sie nicht daran denkt, den fast 20 Milliarden Dollar, mit denen sie bei GM engagiert ist, weiteres Geld hinterherzuwerfen. Die amerikanischen Verhandlungspartner haben deutlich gemacht, dass sie die Risiken bei der deutschen Regierung parken wollen - die sich in Sachen Opel sehr weit aus dem Fenster gelehnt hat und erpressbar geworden ist. Wirtschaftsminister Guttenberg sollte deshalb zu seinem Wort stehen und die Insolvenz als Chance begreifen. Sie verschafft Opel, der Regierung und möglichen Investoren die nötige Zeit, tragfähige Konzepte zu entwickeln. Wenn Opel eine Zukunft hat, ist die Insolvenz das beste Verfahren, sie zu gestalten. Das ist allemal besser als ein zusammengeschustertes Treuhandmodell, bei dem der Staat schlimmstenfalls auf einem Scherbenhaufen sitzen bleibt.