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Neugierige Blicke auf das Saarland

Saarbrücken. Wer in diesen Tagen bundesweit zu ausgewählten Tageszeitungen greift, den erwartet etwas Besonderes: Das Saarland blickt ihm entgegen Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Saarbrücken. Wer in diesen Tagen bundesweit zu ausgewählten Tageszeitungen greift, den erwartet etwas Besonderes: Das Saarland blickt ihm entgegen. In Anzeigen unter dem Motto "Klein, stark, Saar!" mit klaren Botschaften und unkonventionellen Bild-Motiven: Etwa einem mittendrin zersägten Labyrinth, das dem Nutzer die Chance gibt, den direktesten Weg vom einen zum anderen Ende zu nehmen. Botschaft: "Saarland extrem unkompliziert", was für die kurzen Wege zu Entscheidern sprechen soll. Oder einem verpackten Globus, was die internationalen Handels-Beziehungen zahlreicher Saar-Unternehmen verdeutlichen soll. Botschaft: "Saarland extrem international".Zahlreiche dieser Bildmotive erscheinen bis Ende Juni in überegionalen und regionalen Zeitungen, auch in der "Saarbrücker Zeitung". Zudem wird in einer Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren eine Beilage in Form eines "Geschäftsberichts" erscheinen, der zahlreiche saarländische Standortvorteile beschreiben soll: von den Forschungs- und Bildungseinrichtungen bis hin zu den wichtigsten Branchen und dem Kulturangebot, um nicht nur Führungskräfte, sondern auch deren Familien an die Saar zu locken. Begleitet wird die Kampagne zudem von einem umfangreichen Internet-Auftritt, der Hinweise zu zahlreichen Unternehmen enthält, zudem aktualisierte Infos wir etwa den Theater-Spielplan.Kosten der Kampagne: 1,5 Millionen Euro. Ein Drittel finanziert die Wirtschaft, zwei Drittel das Land. Die 950 000 Euro sind im Landeshaushalt eingestellt. Zwölf Agenturen waren eingebunden, fünf haben ihr Angebot präsentiert. Überzeugt mit ihrem Konzept, das auf witzige Ideen und unkonventionelle Darstellung setzt, hat die Saarbrücker Werbeagentur Maksimovic. "Die Mischung der Motive ist teilweise auch provozierend", so Markus Spang von der Agentur. Georg Weisweiler, Präsident der Vereinigung Saarländischer Unternehmensverbände (VSU) und Präsident des Metall-Arbeitgeberverbandes Saar, freut sich schon auf die nächste Sitzung seines Bundesverbandes in Berlin. Er geht davon aus, dass viele Entscheider in Deutschland nach der Kampagne positiver über das Saarland reden werden. Und endlich zur Kenntnis nehmen, was hier so alles läuft, so Weisweiler. Er weiß von Führungskräften zu berichten, die zwar gerne an die Saar gekommen wären, aber auf Widerstand ihrer Frauen stießen, die die Region nicht kennen. Deshalb sieht es Weisweiler als Vorteil an, dass die Kampagne auch über Bildungseinrichtungen und das kulturelle Angebot informiert, damit Familien kommen können.Auch Thomas Christian Buchbinder, IHK-Vizepräsident, hofft jetzt auf mehr Führungskräfte. Außerdem "muss man als Standort im Konkurrenzkampf der Regionen bei Entscheidern gesetzt sein." Für Handwerkskammer-Präsident Hans Alois Kirf bringt die Kampagne die Chance, Fach-, und Führungskräfte für das Handwerk zu gewinnen. Für Ministerpräsident Peter Müller steht der moderne Standort im Vordergrund mit neuen Branchen, hervorragender Bildung und erfolgreichem Strukturwandel. Meinung


Jeder kann fürSaarland werben



Von SZ-RedakteurThomas Sponticcia Viele kennen das: Man lädt Bekannte erstmals an die Saar ein. Und muss zunächst ziemlich viel Überzeugungsarbeit leisten, weil die immer noch an rauchende Hüttenschornsteine, Dreck und Sprachprobleme glauben. Sprechen die da nicht alle Französisch an der Saar? Kommen die Gäste dann, zeigt man ihnen die Region, sind sie meist begeistert. Und wollen wiederkommen. So muss das sein. Jeder kann als "Botschafter" für seine Heimat werben, übrigens auch auf Dienstreisen. Die neue Image-Kampagne erfüllt auch dieses Ziel. Sie richtet sich in erster Linie an Entscheider, Führungskräfte, Arbeitnehmer, die vielleicht offen sind, an die Saar zu kommen Die Kampagne ist informativ, originell, hilfreich. Das Geld dafür ist gut angelegt.