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Neues Zentrum für Digitalisierung der Saar-Wirtschaft

Saarbrücken. Mit dem neuen Forschungsbereich „Power4Production“ will das Saarland der mittelständischen Wirtschaft den Zugang zur Digitalisierung erleichtern. Joachim Wollschläger

"Die zunehmende Digitalisierung der Produktion gibt auch unseren kleinen und mittleren Unternehmen neue Möglichkeiten. Industrie 4.0 kann auf diesen Gebieten einen echten Wachstumsschub auslösen", sagt die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ) anlässlich der Eröffnung des neuen Forschungsbereichs "Power4Production". Das neue Saarbrücker Kompetenzzentrum soll ab heute Forschungsprojekte im Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (Zema) übernehmen. Träger des neuen Zentrums sind Zema und das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI). "Wenn sich zwei so leistungsfähige Partner wie das DFKI und das Zema, die wir seit Jahren aktiv begleiten und unterstützen, zusammentun und ihre nachweislich überragenden Kompetenzen bündeln, wird auch das Ergebnis des Zusammenschlusses überzeugen", sagt Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ).

Ziel des Projektes ist es vor allem, die Kombination von klassischem Maschinenbau und der zunehmenden Digitalisierung weiterzuentwickeln. Letztlich solle das Kompetenzzentrum der mittelständischen Wirtschaft den Zugang zur Digitalisierung erleichtern, sagt Rehlinger. Dazu fördert die Landesregierung das Projekt und trägt die Betriebskosten für drei Jahre.

Dabei startet das P4P erst einmal im kleinen Maßstab. An den Start geht es mit zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern, die für ihre Forschung wiederum Fördermittel bei der EU oder dem Bundeswirtschaftsministerium einwerben sollen. Über diese Projekte soll P4P dann nach und nach wachsen und auch zusätzliche Mitarbeiter und Forschungsstudenten integrieren.

Brückenschlag in die Industrie


Die Forschung wird letztlich in sogenannten Living Labs stattfinden, Stationen, auf denen Produktionsprozesse nachgebildet und mit intelligenten Elementen ausgestaltet werden. Bereits jetzt gebe es mehrere Projekte des Bundeswirtschaftsministeriums, die vor der Zuteilung stehen und in das Institut einfließen sollen, sagt Zema-Geschäftsführer Jochen Flackus. "Ich bin mir sicher, dass mit dem Kompetenzzentrum Power4Production (P4P) ein aktiver Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandorts Saarland geleistet werden kann. Hier wird die Brücke geschlagen von der Forschung in die Industrie", sagt Kramp-Karrenbauer.

Mittelfristig ist auch eine räumliche Erweiterung geplant: An das Zema, das aus allen Nähten platzt, soll eine weitere Halle angebaut werden. Aktuell läuft dazu die baufachliche Planung.

Rehlinger ist überzeugt, dass P4P für die Saar-Wirtschaft ein Erfolg wird: "Zema und DFKI werden ihre Erfahrung einbringen, um nah an der betrieblichen Praxis Problemlösungen für die Produktion zu finden."