Neuer Investor für insolventen Weltbild-Verlag

Neuer Investor für insolventen Weltbild-Verlag

Der insolvente Weltbild-Konzern wird überraschend an einen anderen Investor verkauft als bisher angenommen. Die Augsburger Verlagsgruppe, die bislang der katholischen Kirche gehörte, geht mehrheitlich an das Düsseldorfer Familienunternehmen Droege International Group AG.

Die wochenlangen Verhandlungen mit der Münchner Beteiligungsgesellschaft Paragon seien gescheitert, sagte gestern Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Der Kaufvertrag soll bis Ende der kommenden Woche unterzeichnet werden. Einigkeit über die Inhalte sei aber bereits erreicht, so Geiwitz.

Er rechnet damit, dass weniger als 50 Mitarbeiter zusätzlich nach dem Verkauf das Unternehmen verlassen müssen. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Berichte, dass Paragon bis zu 250 weitere Jobs abbauen wollte. Etwa 900 Beschäftigte waren bei Weltbild bereits in Auffanggesellschaften gewechselt. Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi begrüßten den Verkauf an Droege. Walter Droege , Vorstand der Droege Group, wollte keine Details dazu nennen, was unter der geplanten mehrheitlichen Beteiligung zu verstehen sei: "Wir beziffern das nicht."

Die Weltbild-Gruppe hatte Anfang des Jahres Insolvenz angemeldet, nachdem die beteiligten Bistümer den Geldhahn zugedreht haben. Zuletzt hatte das Unternehmen laut Geiwitz rund 100 Millionen Euro Verlust im Geschäftsjahr verbuchen müssen. Die Weltbild-Gruppe beschäftigt derzeit noch mehr als 2000 Mitarbeiter am Konzernsitz in Augsburg und in Buchhandlungen in ganz Deutschland.

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