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| 21:10 Uhr

Neuer Eklat bei Porsche

Weissach. Im Ringen um die Macht bei Volkswagen und Porsche hat VW-Patriarch Ferdinand Piëch gestern erneut für einen Eklat gesorgt. Der mächtige Chef des VW-Kontrollgremiums blieb einem Treffen des Porsche-Aufsichtsrates über die Zukunft des hoch verschuldeten Sportwagenbauers ohne Gründe fern

Weissach. Im Ringen um die Macht bei Volkswagen und Porsche hat VW-Patriarch Ferdinand Piëch gestern erneut für einen Eklat gesorgt. Der mächtige Chef des VW-Kontrollgremiums blieb einem Treffen des Porsche-Aufsichtsrates über die Zukunft des hoch verschuldeten Sportwagenbauers ohne Gründe fern. Die für morgen geplanten Gespräche über ein Zusammengehen von VW und Porsche wurden laut VW-Unternehmenskreisen abgesagt. Die Aufsichtsratssitzung in Weissach wurde von massiven Protesten begleitet. VW wirft dem Porsche-Management vor, die Verhandlungen über den Zusammenschluss der beiden Autobauer nicht ernsthaft und konstruktiv voranzutreiben. Piëch hatte zudem vor einigen Tagen die Kreditwürdigkeit der Stuttgarter angezweifelt und die Zukunft von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking in Frage gestellt. Bei der Aufsichtsratssitzung im Porsche-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Weissach, an der auch der engste Kreis der Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch teilnahm, sollte die Rückkehr an den Verhandlungstisch erreicht werden. Vertreter von Porsche und VW sowie den Familienstämmen sagten gestern nichts zum Stand der Gespräche. Lediglich Betriebsratschef Uwe Hück äußerte sich: "Wolfgang Porsche und Hans Michel Piëch haben mir zugesichert, dass Porsche eigenständig bleibt und die Eigentümerfamilien stark genug sind, diese Eigenständigkeit zu garantieren." Nach Angaben von Hück sollen die Arbeitsplätze bei dem Sportwagenbauer auch künftig sicher sein. Das hätten die beiden Eigentümerfamilien zugesagt. Trotz dieser Aussage ist weiter offen, ob die beiden Autobauer fusionieren oder Porsche in den Volkswagen-Konzern integriert wird. Auch zu den Spekulationen, dass Porsche eine Kapitalerhöhung von bis zu fünf Milliarden Euro plant, wurde nichts gesagt. Vor der Aufsichtsratssitzung hatte Hück vor rund 3000 Beschäftigten in Weissach die Mitarbeiter eine eigenständige Zukunft beschworen: "Porsche bleibt selbstständig. Wir brauchen die Familie und die Familie braucht uns." Bei der Protestaktion gab es Transparente mit der Aufschrift "Ja zur Familie Porsche/Piëch - Nein zu F.K. Piëch". Am Porsche-Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen protestierten rund 3000 Beschäftigte, im Vertrieb- und Logistikwerk Ludwigsburg 500 Mitarbeiter. Der Sportwagenbauer hält knapp 51 Prozent an VW und hat sich bei der geplanten Übernahme kräftig verhoben; Porsche drücken neun Milliarden Euro Schulden. VW verfügt dagegen über Milliarden-Reserven. Selbst in der weltweiten Absatzkrise schneiden die Wolfsburger gut ab. Der VW-Absatz ging im April im Vergleich zum Vorjahresmonat 4,7 Prozent zurück. Der weltweite Gesamtmarkt brach um 20 Prozent ein. dpa