| 20:19 Uhr

Neue Welt, neu entdeckt

Homburg. Als Crossover-Musiker zwischen Jazz und Klassik ist Christoph Mudrich (Foto: SZ) noch nicht hervorgetreten. "Grenzgänge" nennt sich nun jedoch ein Konzert, das den Saarbrücker Jazzpianisten mit dem Homburger Kammer-Sinfonieorchester (HKSO) unter Leitung von Markus Korselt auf der Bühne des Saalbaus vereint.Vor Antonín Dvoráks 9

Homburg. Als Crossover-Musiker zwischen Jazz und Klassik ist Christoph Mudrich (Foto: SZ) noch nicht hervorgetreten. "Grenzgänge" nennt sich nun jedoch ein Konzert, das den Saarbrücker Jazzpianisten mit dem Homburger Kammer-Sinfonieorchester (HKSO) unter Leitung von Markus Korselt auf der Bühne des Saalbaus vereint.



Vor Antonín Dvoráks 9. Sinfonie "Aus der Neuen Welt" wird eine Orientalische Suite von Gustav Holst mit Mudrichs Jazz-Improvisationen erklingen. 1909 weilte Holst, berühmt durch seine Suite "The Planets", in Algerien. Beim Ausflug in eine bergige Region hörte der englische Komponist die Menschen auf einer Flöte fantasieren und fing die Stimmung in seiner Orientalischen Suite ein. "Beim Studium der Partitur kam mir sofort der Gedanke, diese ursprünglich improvisierte Musik gewissermaßen wieder zu ihren Wurzeln zurück zu führen", erzählt Korselt. Auf der Suche nach einem improvisationstüchtigen Pianisten läutete er bei Mudrich an, und der erklärte sich zum Experiment bereit.

Beim Treffen stellten beide dann fest, so Mudrich, "dass wir unabhängig voneinander fast durchgängig die selben Stellen als 'bespielbar' gekennzeichnet hatten." Natürlich dürfe hier niemand den gewohnten Mudrich der Blue-notes erwarten, betont der Pianist: "Algerien war die Inspiration für Herrn Holst, seine Musik wird die meine sein".

Auch für den Konzertteil versprechen Korselt und das HKSO Ungewöhnliches. "Obwohl die Melodien von Dvoráks Neunter wohl jeder mit dem Fuß mitwippen kann, werden einige überrascht sein, wie es klingt, wenn man seine Tempoangaben ernst nimmt", meint der Dirigent: "Die langsamen Teile wurden über die Jahrzehnte immer verschleppter, während der dritte Satz an Tempo zunahm. Erstaunlich, wie die Musik, angelehnt an das ursprünglich vorgesehene Zeitmaß, an Sentimentalität verliert und an Größe gewinnt. Eine unerwartete Neuentdeckung des Wohlbekannten." uhr

"Grenzgänge" am Sonntag, 7. Juni, 18 Uhr, im Homburger Saalbau. Infos: www.hkso.de