Neue Interview-Reihe zu saarländischer Kunstgeschichte

Neue Interview-Reihe zu saarländischer Kunstgeschichte

Nicht irgendwie anfangen, sondern mit dem Wichtigsten: Das galt für die Reihe mit Künstlerinterviews, die das Institut für aktuelle Kunst im Saarland 1994 startete. Das gilt auch für die aktuelle Reihe „Kunst und Wissenschaft“, die das Institut im 20.

Jahr seines Bestehens aufgelegt hat, um erneut den Bestand einer saarländischen Kunstgeschichte zu sichern.

Heft 1 stellt den Kunsthistoriker Lorenz Dittmann vor, der von 1977 bis 1996 den Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Saar-Uni innehatte und eine Generation von Kunsthistorikern prägte. Dazu gehört auch Christof Trepesch, heute Direktor der Kunstsammlungen und Museen in Augsburg, dem der 85-jährige Dittmann im Gespräch in gedruckter wie in mündlicher Form bei der Präsentation des Heftes in Saarbrücken Auskunft gab. Dabei bekräftigte er nochmal, worauf seine Lehre gründet: "Man darf sich nicht von irgendwelchen Theorien leiten lassen, sondern muss vom Sichtbaren ausgehen, also das, was sichtbar ist, beschreiben." Das ist eine Ab- wie Ansage an jegliche Moden seines Faches und dessen gesellschaftspolitische Vereinnahmung.

Lorenz Dittmann - das vermittelt das Interview - nimmt eine Haltung ein, die sich nicht nur im "monolithischen Stehen", so Trepesch, bei Vorträgen als Ausdruck des Respekts gegenüber dem Werk und dem darüber Vortragenden zeigte, sondern dessen Biografie als Kunstwissenschaftler bis heute bestimmt.

"Kunst und Wissenschaft", Heft #1: Lorenz Dittmann im Gespräch mit Christof Trepesch, 44 S. mit 51 Abbildungen. Verlag St. Johann, 15 Euro.