Neue Hoffnung für Karstadt und WoolworthMetro will Milliarden für Kaufhof

Neue Hoffnung für Karstadt und WoolworthMetro will Milliarden für Kaufhof

Frankfurt. Für die beiden insolventen Warenhausketten Karstadt und Woolworth haben sich die Aussichten am Wochenende verbessert. Die Insolvenzverwalter sprechen von neuen möglichen Käufern

Frankfurt. Für die beiden insolventen Warenhausketten Karstadt und Woolworth haben sich die Aussichten am Wochenende verbessert. Die Insolvenzverwalter sprechen von neuen möglichen Käufern. "Am Freitag hat sich ein weiterer interessierter Investor bei mir gemeldet", sagte der Beauftragte der Karstadt-Insolvenzverwaltung, Rolf Weidmann, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Wachsendes Interesse an den 120 Karstadt-Wartenhäusern beobachtet auch Unternehmensvorstand Thomas Fox: Seit mögliche Käufer Einblick in die Halbjahreszahlen der Kaufhauskette nehmen könnten, "hat das Interesse an Karstadt nochmals deutlich zugenommen", sagte Fox der Zeitung. Er hält es nach eigenen Angaben auch für denkbar, dass die US-Investmentbank Goldman Sachs als Eigentümer von Karstadt-Immobilien ein Gebot abgibt: Eile habe der Verkauf nicht, betonte Fox. "Wir stehen unter keinem finanziellen Druck, einen Investor zu finden." Das Geschäft sei bis Weihnachten finanziert. Bislang lag nur ein Kaufangebot vor: Der europäische Investor Triton hatte vor gut einer Woche kurz vor Ende der ursprünglichen Angebotsfrist als einziger Bieter ein Kaufangebot für Karstadt eingereicht. Ein mögliches Engagement von Triton war auf Kritik der Arbeitnehmer gestoßen. Der Investor hatte Einschnitte vor allem bei Vermietern und Beschäftigten gefordert. Angeblich ist der Abbau von 4000 der rund 26 000 Arbeitsplätze geplant. Für die im Vergleich zu Karstadt schlechter dastehende Kaufhauskette Woolworth zeichnen sich auch neue Perspektiven ab. Nachdem am Donnerstag die drohende Liquidation des Unternehmens in letzter Sekunde zunächst abgewendet worden war, kann der Insolvenzverwalter in Kürze zwei Angebote prüfen. "Jetzt gibt es wieder Lichtblicke", sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann. Eine Sprecherin des Interessenten Gordon Brothers sagte, der Finanzinvestor werde eine neue Offerte einreichen. Das Angebot sehe den Erhalt aller 4500 Arbeitsplätze und aller Filialen vor. Der Finanzinvestor hatte bereits Vorverträge unterzeichnet, die aber durch den Einspruch des Hauptvermieters Cerberus nichtig wurden. Zudem liegt Hermann ein neues Angebot vor, das nach Angaben von Cerberus von der HH-Holding stammt - einem Konsortium aus Tengelmann, Kik und Tedi. Die Holding ist der Favorit des US-Unternehmens Cerberus, dem mehr als die Hälfte der 162 Woolworth-Standorte gehört. afp/dpaDüsseldorf. Der Handelskonzern Metro will beim Verkauf seiner Warenhaustochter Kaufhof einen Milliardenerlös erzielen und damit zusätzlichen Spielraum für seine Auslandsexpansion gewinnen. Ein angemessener Preis für Kaufhof liege derzeit bei zwei bis drei Milliarden Euro, sagte Metro-Konzernchef Eckhard Cordes. Wann es zum Verkauf von Kaufhof komme, sei noch nicht absehbar. Das hänge vor allem von den Finanzierungsmöglichkeiten für potenzielle Investoren an den Kapitalmärkten ab. Cordes hatte Kaufhof bereits 2008 auf die Verkaufsliste gesetzt, der 140 Filialen in Deutschland und Belgien betreibt und rund 25 000 Mitarbeiter beschäftigt. Offenbar hatte die Finanzmarktkrise einen schnellen Kaufhof-Verkauf verhindert. Der Umsatz von Kaufhof stieg in den ersten drei Monaten 2010 um 3,4 Prozent auf 819 Millionen Euro. dpa