Neue Dimension im Bayern-LB-Skandal

Neue Dimension im Bayern-LB-Skandal

München. Nach dem Milliardendebakel der Bayern-LB in Österreich sind weitere Beteiligte ins Visier der Staatsanwaltschaft München geraten. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen alle am Kauf der maroden Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) beteiligten Bayern-LB-Vorstände

München. Nach dem Milliardendebakel der Bayern-LB in Österreich sind weitere Beteiligte ins Visier der Staatsanwaltschaft München geraten. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt gegen alle am Kauf der maroden Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) beteiligten Bayern-LB-Vorstände. Die Behörde selbst nannte gestern keine weiteren Einzelheiten. Es hieß nur, neben dem früheren Bayern-LB-Chef Werner Schmidt seien weitere Personen betroffen. Dabei gehe es auch nicht mehr nur um den Verdacht der Untreue, sondern um weitere Straftatbestände. Von dem Verfahren seien derzeit aber weder aktive noch ehemalige Mitglieder des Bayern-LB-Verwaltungsrates betroffen. In dem Gremium trugen auch hochrangige Politiker Verantwortung. Die Bayern-LB wollte die Entwicklung nicht kommentieren. Bisher ging die Staatsanwaltschaft München dem Verdacht nach, dass die Bayern-LB unter ihrem früheren Vorstandschef Werner Schmidt absichtlich zu viel für den Einstieg bei der HGAA gezahlt haben soll. Die stark in Ost- und Südosteuropa engagierte HGAA war kurz vor Weihnachten an den Rand der Pleite geraten und wurde vom österreichischen Staat vor dem Aus gerettet. Das Finanzdebakel hat die bayerischen Steuerzahler bereits 3,7 Milliarden Euro gekostet. Die Staatsanwaltschaft München vernahm inzwischen den Vermögensverwalter und früheren HGAA-Chef Tilo Berlin. Er gilt als eine der Schlüsselfiguren der HGAA-Übernahme durch die Bayern-LB. Die Ermittler wollten von ihm wissen, wer an seiner Seite an dem Verkauf der früheren Kärntner Landesbank verdiente, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Eine von Tilo Berlin betreute Investorengruppe habe bei dem Geschäft ein Summe zwischen 130 und 170 Millionen Euro eingestrichen. Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob es dabei mit rechten Dingen zugegangen sei.Auch der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) ist inzwischen wegen der HGAA ins Gerede gekommen. Stoiber hatte einem ZDF-Bericht zufolge im August 2007 in Split gesagt: "Wir sind außerordentlich interessiert, dass diese Übernahme der Hypo Alpe Adria erfolgreich ist." Sollte der Deal platzen, wäre dies schlecht für die Beziehungen zwischen Bayern und Kroatien, hatte Stoiber damals betont. dpa/afp

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