Wirtschaftsforscher fordern mehr Gerechtigkeit

Einkommen : Wirtschaftsforscher fordern mehr Gerechtigkeit

() Wirtschaftsforscher der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung haben vor der Bundestagswahl an die Politik appelliert, stärker gegen die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland vorzugehen. „Nach knapp drei Jahrzehnten, in denen die sozialen Unterschiede gewachsen sind oder selbst bei guter Wirtschaftslage stagnierten, sollten wir jetzt die Weichen neu stellen“, sagte Gustav Horn, Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Stiftung.

() Wirtschaftsforscher der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung haben vor der Bundestagswahl an die Politik appelliert, stärker gegen die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland vorzugehen. „Nach knapp drei Jahrzehnten, in denen die sozialen Unterschiede gewachsen sind oder selbst bei guter Wirtschaftslage stagnierten, sollten wir jetzt die Weichen neu stellen“, sagte Gustav Horn, Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Stiftung.

Konkret schlagen die Wissenschaftler ein Modell aus drei Säulen vor: Maßnahmen zur Armutsbekämpfung, Förderung der Mittelschicht und stärkere Beteiligung Wohlhabender. Für die untere Einkommensgruppe sei etwa eine raschere Steigung des Mindestlohns nötig. Zudem müsse der Hartz-IV-Regelsatz „angemessen“ hoch sein und sich an der Mindestlohn-Anpassung orientieren.Für die mittlere Gruppe fordern sie unter anderem mehr Kindergeld und allgemeinverbindliche Tarifverträge. Auch einen Staatsfonds, dessen Wertpapier-Renditen an alle Bürger verteilt werden, stellen die Forscher zur Diskussion. Überdies sollten sich Top-Verdiener mehr an der „Finanzierung des Gemeinwesens“ beteiligen. Dazu zählten höhere Spitzensteuersätze, eine überarbeitete Erbschaftsteuer und die Wiedereinführung einer Vermögensteuer.

Seine Empfehlungen stützt das IMK auf Daten zur Entwicklung der im Schnitt verfügbaren Einkommen zwischen 1991 und 2014. Demnach stiegen die realen Einkommen Wohlhabender um 17 Prozent, während mittlere Einkommen um zehn und niedrigere Einkommen um nur drei Prozent zulegten.

(dpa)