Wirecard wirft Financial Times Kursmanipulationen vor

Streit eskaliert : Dienstleister Wirecard beschuldigt „Financial Times“ der Manipulation

Nach mehrmaligen Attacken von Börsenspekulanten gegen die Wirecard-Aktie erhebt der Zahlungsdienstleister nun schwere Anschuldigungen gegen die britische Wirtschaftszeitung „Financial Times“ (FT).

Mitarbeiter der Zeitung sollen mit sogenannten Short Sellern, also Investoren, die auf fallende Kurse spekulieren, gemeinsame Sache gemacht haben. Wirecard habe die Zeitung aufgefordert, „von jeder Veröffentlichung abzusehen, die direkt oder indirekt zu Marktmanipulation oder Insiderhandel im Zusammenhang mit Wirecard-Aktien führen könnte“, berichtete das „Handelsblatt“ am Montag.

Wie das „Handelsblatt“ aus einem Brief der von Wirecard beauftragten Anwaltskanzlei an FT wiedergibt, soll es eine Tonaufnahme eines Gesprächs geben, in dem ein britischer Spekulant von einem bevorstehenden kritischen Artikel in der „Financial Times“ berichtet und sagt, dass er eine Handelsposition von fünf Millionen britischen Pfund aufgebaut habe.

Die „Financial Times“ sprach in einer kurzen Stellungnahme von einem „Ablenkungsangriff“. „Es hat keine geheimen Absprachen irgendeines FT-Mitarbeiters mit irgendeinem Short Seller oder anderen Dritten in Bezug auf den Inhalt oder das Veröffentlichungsdatum von FT-Meldungen über Wirecard gegeben.“ Weitere Fragen ließ die Zeitung unbeantwortet.

Dem Verdacht, dass Wirecard Opfer krimineller Spekulationsattacken geworden sein könnte, gehen auch die Münchner Staatsanwaltschaft und die Finanzaufsicht Bafin nach.

Seit Längerem brodelt der Streit zwischen Wirecard und FT. Eine Reihe von kritischen Berichten der Zeitung hatte die Wirecard-Aktie immer wieder abstürzen lassen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung