1. Nachrichten
  2. Wirtschaft

Wenn das Hobby zum Beruf wird

Wenn das Hobby zum Beruf wird

Nur selten gehen Leidenschaft und Beruf so Hand in Hand wie bei Carsten Zeck. Der Jungunternehmer aus Neunkirchen hat sein Hobby nicht nur zu seinem Beruf gemacht, er hat gleich ein Unternehmen gegründet: Zeck Fishing.

Carsten Zeck ist leidenschaftlicher Angler . Und das bereits seit seiner frühen Jugend. "Mein Traum war schon als Jugendlicher, so viel wie möglich Zeit mit Angeln zu verbringen", erzählt der Unternehmer. Während aber der kleine Carsten noch kleine Fische angelte, wuchs mit ihm auch seine bevorzugte Beute: Mit 18 gab es für Zeck nur noch einen interessanten Fisch: den Wels. Dieser Raubfisch lebt am Grund von Flüssen und Seen und kann sich zu einem wahren Giganten entwickeln. Über zwei Meter lang und hundert Kilo schwer werden einige Exemplare.

Das Problem aber: "Damals gab es nur wenig Angelgerät, das für solche Fische taugte", sagt er. Damals, das war 2007. Da begnügte sich der normale Angler gewöhnlich mit dem Hecht, Europas zweitgrößtem Süßwasserfisch, der mit 20 Kilo nach Wels-Maßstäben ein eher bescheidenes Gewicht auf die Waage bringt. Weil Zeck, eigentlich gelernter Straßen- und Verkehrstechniker, in der Szene der Wels-Angler, wie er sagt, "bekannt wie ein bunter Hund" war, bekam er 2011 einen Job als Produktmanager bei einer Angelfirma. Die Idee: Er sollte das Segment für Wels-Angler stärker ausbauen. Eigentlich ein Traumjob, aber die Philosophie seines Arbeitgebers hatte einen Haken: "Kunden wurden da nur als Endverbraucher gesehen", sagt Zeck.

Er setzte auf Risiko und gründete gemeinsam mit einem Freund seine eigene Firma, bei der nicht der Händler, sondern die Kundenwünsche im Vordergrund stehen sollten. Zeck startete mit wenig Geld, ohne Lieferanten. "Wir hatten nur eine Idee, Leidenschaft und ein Konzept: Produkte speziell im Kontakt mit Wels-Anglern für Wels-Angler zu entwickeln." Ob es die Leidenschaft oder das Konzept war, die beiden potenziellen Jung-Unternehmer konnten nicht nur ihre Hausbank, sondern auch die Förderbank SIKB überzeugen. "Im August 2013 sind wir an den Start gegangen", sagt Zeck. Mit einem Kredit über 100 000 Euro und viel Optimismus. Den allerdings habe es auch gebraucht, denn anfangs war es vor allem eines: schwierig. Lieferanten in Deutschland gab es kaum oder sie waren für den früheren Produktmanager aus Wettbewerbsgründen tabu. Zwar fanden sich Lieferanten in China, doch ein Container aus China ist Monate unterwegs. "Das war die Zeit, in der wir viel gelernt haben", sagt Zeck. Doch die Produkte kamen an - und Zeck Fishing kann seinen Umsatz Jahr für Jahr steigern. Jetzt vertreibt er den Komplettbedarf von Angeln über Ködern hin zu Fan-T-Shirts. "In den vergangenen zwei Jahren sind wir jeweils um 100 Prozent gewachsen", sagt er. In diesem Jahr werde die Firma mit etwas Glück erstmals die Umsatz-Million erreichen. Zeck, der das 4,5-Mitarbeiter-Unternehmen mittlerweile alleine leitet, führt den Erfolg auch auf seine Leidenschaft zurück. Sein Youtube-Kanal habe mittlerweile tausende Fans, und auch die Facebook-Seite sei extrem erfolgreich.

Bei der Finanzierung habe er allerdings zu Beginn einen Fehler gemacht, sagt Zeck heute. Damals sei er nicht mutig genug gewesen. "Das Geld hat eigentlich nicht gereicht." Zweimal hat er nachfinanziert, und auch jetzt will er noch einmal einen großen Kredit aufnehmen, um eine große Lagerhalle zu bauen.

Doch nun ist das Unternehmen in ruhigerem Fahrwasser, und Zeck plant schon für die Zukunft: "Wir werden das Sortiment nach und nach erweitern und uns unabhängig von nur einer Fischart machen", sagt Zeck.