Wege durch das Steuerdickicht

Wege durch das Steuerdickicht

Steuerfragen bei Immobilieninvestitionen in Frankreich und Deutschland waren ein Schwerpunktthema auf dem Unternehmertag der Saar-Uni.

Die Steuergesetzgebung in der EU ist ein Dschungel mit vielen Fallstricken. Das wurde gestern beim 14. Unternehmertag an der Saar-Universität deutlich. Im Mittelpunkt des von Professor Heinz Kußmaul veranstalteten, gut besuchten Symposiums ging es um Fragen der Unternehmensbesteuerung. Im Mittelpunkt standen beispielhaft Immobilieninvestitionen deutscher Investoren in Frankreich und französischer in Deutschland. "Wir wollten mit der Wahl des Steuerthemas die Kompetenz der Saar-Universität in der Steuerlehre zeigen, denn wir bilden hier hochqualifizierte Steuerexperten aus, ein auch im Saarland wichtiger Berufszweig in der Dienstleistungslandschaft", sagte Kußmaul.

Guillaume Rubechi von der Anwaltskanzlei Valoris Avocats (Straßburg) listete auf, worauf deutsche Investoren beim Immobilienkauf in Frankreich achten müssen. Sein Rat: "Man muss von vorneherein eine Struktur seines Investments finden, damit keine Doppelbesteuerung entsteht." Unterschieden werden müsse, ob die Immobilie privat oder gewerblich genutzt werde. Je nach Nutzung und späterer Verwendung (Übertragung an Erben etwa) erweise sich die Verwendung der Gesellschaftsform SCI (Société Civile Immobilière) als sinnvoll. Bei einem Vermietungsobjekt sei es zu empfehlen, einen Großteil des Investments fremdzufinanzieren, weil die Zinsen abzugsfähig seien. Institutionelle deutsche Investoren konzentrierten sich in Frankreich auf Paris, weil hier die höchsten Renditen locken.

Viele französische Immobilieninvestoren steigen dagegen in Deutschland ein, weil die Preise hier im Schnitt noch verhältnismäßig niedrig seien, sagte der Saarbrücker Professor René Schäfer von der Steuerberatungsgesellschaft Dornbach. Ein Fallstrick in der deutschen Rechtsprechung sei etwa die Auslagerung von Tätigkeiten zum Gebäudeunterhalt. Hier müsse ein Anleger aufpassen, dass dadurch keine eigene Betriebsstätte entstehe, auf die zusätzliche Gewerbesteuer anfalle. Beide Experten empfehlen Investoren, "vor Ort" fachkundigen Rat zu suchen, damit sie sich nicht im Steuerdickicht verirrten.