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Vom „Krieg der Messer gegen Bomben“

Vom „Krieg der Messer gegen Bomben“

Dialog gab es am Sonntag in der Alten Feuerwache in Saarbrücken leider wenig. Insofern war das zweite Rechercheforum der Reihe "Laut denken...", mit der die Performance-Gruppe MS Schrittmacher das Publikum an den Vorbereitungen ihres Kooperationsprojekts mit dem Staatstheater zur "Zukunft des Krieges" teilhaben lassen will, ein wenig enttäuschend. Statt einer lebendigen Diskussionsrunde baten die Berliner diesmal einen Experten zu einem klassischen Vortrag auf die Bühne.

Für Thomas Seibert von Medico International ist das Thema Menschenrechte und Krieg nach eigener Aussage sogar ein Standardvortrag, den er hier aber besonders gern halte. Sehr gehalt- und anspruchsvoll, aber auch anstrengend war das, was er den rund 60 Zuhörern zu sagen hatte.

Nachdem die These vom Ende der Geschichte sich mit "Nine Eleven" als Schimäre erwiesen habe, die Ideologie in Form von politischer Religion und Nationalismus und Rassismus zurückgekehrt sei, stünden sich heute zwei Fronten gegenüber - die der Terroristen und der Antiterroristen, so Seiberts Analyse. Zwischen ihnen gebe es einen Krieg "der Messer gegen Bomben", den keiner gewinnen könne. Die Menschenrechte, die er aus einem rechtsphilosophischen Exkurs ableitete, könnten nicht nur für den globalen Norden gelten. Jeder Mensch habe ein Recht auf Freizügigkeit.

Das Publikum konnte anschließend nur Fragen auf Zetteln formuliert an die Moderatoren weiterleiten. Auch so kann man Diskussion abwürgen. Auch zur halbstündigen Tanzperformance hätte man gern etwas gefragt - oder sie sich auch gespart.