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Thyssenkrupp will wegen roter Zahlen Firmenbereiche sanieren

Immer wieder rote Zahlen : Thyssenkrupp plant umfassende Neustrukturierung

Der Essener Industriekonzern Thyssenkrupp bleibt eine Dauer-Baustelle. „Es gibt nichts, worüber man sich freuen kann bei Thyssenkrupp“, beklagte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz nach der Vorlage der aktuellen Zahlen.

Konzernchef Guido Kerkhoff gerate durch die desolate Lage zunehmend unter Druck.

Um endlich profitabler und wettbewerbsfähiger zu werden, stellt der Konzern nun weitere Firmenzweige auf den Prüfstand. Zur Disposition stehen die Geschäfte mit Federn und Stabilisatoren für die Automobilindustrie sowie mit Grobblechen. Ebenfalls auf der Liste steht der Bau von Produktionsanlagen für die Automobilindustrie. Die drei Bereiche stünden für vier Prozent des Konzernumsatzes, aber für ein Viertel des im laufenden Geschäftsjahr zu erwartenden Kapitalabflusses. Für diese Geschäfte soll nun ein Sanierungskonzept erstellt werden. Sollte das nicht gelingen, würden andere strategische Optionen geprüft. „Für eine Weiterentwicklung sehen wir durchaus Chancen, aber nicht notwendigerweise unter dem Dach von Thyssenkrupp“, sagte Konzernchef Kerkhoff.

Nach einem schwachen dritten Quartal und schlechter Geschäfte in der Stahlsparte senkte Thyssenkrupp die Prognose für das Geschäftsjahr 2018/19 deutlich. Das Unternehmen erwartet für das am 30. September endende Geschäftsjahr nunmehr ein bereinigtes operatives Ergebnis von rund 800 Millionen Euro. Zuvor war der Konzern von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro ausgegangen. Unter dem Strich dürfte Thyssenkrupp rote Zahlen schreiben, bekräftigte der Konzern frühere Aussagen.

Im dritten Quartal brach der Gewinn vor Steuern und Zinsen um fast ein Drittel auf 226 Millionen Euro ein. Unter dem Strich musste Thyssenkrupp von April bis Mai einen Fehlbetrag von 94 Millionen Euro hinnehmen, was jedoch eine Verbesserung von knapp 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellte. Der Umsatz stagnierte bei 10,8 Milliarden Euro.