Tarifverhandlungen für die Entlohnung von Leiharbeitern beginnen am 17. September in Berlin.

Leiharbeiter sollen besser gestellt werden : DGB fordert mehr Geld für Leiharbeiter

Die Betroffenen sollen 8,5 Prozent mehr Geld und mindestens 28 Tage Urlaub bekommen

Leiharbeiter sollen in Deutschland nach dem Willen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) künftig deutlich besser verdienen als das bisher der Fall war. Der DGB verschickte am Donnerstag in Berlin einen Forderungskatalog an die Arbeitgeberseite, demzufolge die Leiharbeiter künftig 8,5 Prozent mehr Geld sowie mehr Urlaubstage bekommen sollen – derzeit sind es mindestens 24 Urlaubstage, künftig sollen es mindestens 28 Tage sein. Zudem fordern die Arbeitnehmer ein Urlaubs- und Weihnachtsgeld in Höhe eines vollen Monatsgehalts, bisher sind es nur 300 bis 600 Euro.

In Deutschland gibt es den Angaben zufolge isngesamt rund 900 000 Leiharbeiter, die fast alle nach Tarif verdienen. Der Umgang mit Leiharbeitern ist schon seit längerer Zeit ein umstrittenes Thema. Arbeitgeber setzen gerne auf die zeitlich befristeten externen Kräfte, da sie ihr Personal dadurch rasch der jeweiligen Auftragslage anpassen können. Leiharbeiter werden vor allem in Spitzenzeiten gebraucht, in denen besonders viele Aufträge vorliegen. Gewerkschafter und Betriebsräte argwöhnen, dass der Einsatz von Leiharbeitern zu Lasten der Stammbelegschaft geht und dass die Chefetage damit Tarifverträge der eigenen Branche umgehen will.

Die am schlechtesten bezahlten Leiharbeiter – sogenannte Helfer ohne gelernte Qualifikation – bekommen laut dem Ende 2019 auslaufenden Tarifvertrag nur 9,79 Euro pro Stunde in Westdeutschland und 9,49 Euro in Ostdeutschland, in höheren Tarifstufen steigt des Entgelt deutlich. Mit Blick auf das Helfer-Level hieß es vom DGB, besonders hier müsse es eine „spürbare“ Anhebung geben, auch damit die Beschäftigten im Alter trotz eines langen Berufslebens nicht auf Geld vom Staat angewiesen sein werden.

Der Start der Tarifverhandlungen ist für den 17. September in Berlin terminiert. Auf der  Arbeitgeberseite werden der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP) und der Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) sitzen.