Gewerkschaft NGG und Arbeitgeber Dehoga Tarifverhandlungen in der Gastro-Branche: Heute geht‘s weiter – ist eine Einigung in Sicht?

Saarbrücken · Seit Ende 2020 gibt es schon keinen gültigen Lohn-Tarifvertrag mehr für die Beschäftigten in der saarländischen Gastronomie. Am 24. Januar vertagten Gewerkschaftsvertreter und die Arbeitnehmerseite ihre Verhandlungen. Gehaltsforderungen und Auswirkungen der Corona-Krise stehen sich quasi gegenüber. Heute wollen beide Seiten wieder verhandeln.

 Zweite Runde der Tarifverhandlungen in der saarländischen Gastronomie startet an diesem Donnerstag.

Zweite Runde der Tarifverhandlungen in der saarländischen Gastronomie startet an diesem Donnerstag.

Foto: picture-alliance/ dpa/Roland Weihrauch

Ergebnislos war am Montag, 24. Januar, die erste Verhandlungsrunde um mehr Lohn in der saarländischen Gastronomie ausgegangen. Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) sowie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Saar konnten sich nicht auf einen Abschluss einigen. Gleichzeitig vereinbarten aber beide Seiten, die Gespräche am heutigen Donnerstag fortzusetzen.

Die NGG fordert für die nach Gewerkschaftsangaben an die 10 000 Beschäftigten mehr als den nun von der Bundesregierung branchenübergreifend vorgesehenen Mindestlohn. Dieser soll zwölf Euro betragen. Das Einstiegsgehalt soll nach NGG-Saar-Chef Mark Baumeister spürbar darüberliegen. Für Fachkräfte verlangt er 15 Euro pro Stunde als Einstiegslohn.

Unterdessen verweist Dehoga-Geschäftsführer Frank C. Hohrath  auf die dramatische Lage vieler Unternehmen durch die Corona-Pandemie. Ein Großteil sehe sich in der Existenz bedroht.

Unterdessen hatte Baumeister bereits vor dem Auftakt der Tarifverhandlungen Mitte Januar die Landesregierung aufgefordert, sich für ein Minimum des Kurzarbeitergeldes von 1200 Euro starkzumachen. Durch prekäre Beschäftigungsverhältnisse und schlechte Bezahlung hätten ohnehin schon Tausende Mitarbeiter die Branche verlassen.

Noch vor der zweiten Verhandlungsrunde am heutigen Donnerstag zeigten sich NGG und Dehoga zuversichtlich: Eine Einigung könnte möglich sein.