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Tarifabschluss beendet Geldtransport-Warnstreiks

Mehr Geld für Geldboten : Tarifabschluss beendet Geldtransport-Warnstreiks

Die Löhne der rund 12 000 Beschäftigten der Geld- und Werttransport-Branche in Deutschland steigen deutlich. Die Gewerkschaft Verdi und die Arbeitgeber verständigten sich am Freitag auf Einkommensverbesserungen von je nach Tätigkeit 7,8 bis 17,2 Prozent.

Der Tarifvertrag gilt rückwirkend zum 1. Januar für zwei Jahre, in denen die Löhne und Gehälter schrittweise steigen, wie beide Seiten nach fünf Verhandlungsrunden in Berlin mitteilten.

Im Saarland fällt das Entgeltplus höher aus als im Bundesdurchschnitt, wie aus einer Mitteilung von Verdi hervorgeht. Die Fahrer bekommen demnach insgesamt 12,7 Prozent mehr Geld. Ihr Stundenlohn steigt bis Anfang 2020 auf 15,80 Euro. Die übrigen Beschäftigten erhalten sogar 16,3 Prozent mehr. Der Stundenlohn beträgt 12,69 Euro ab Januar 2020.  „Das ist ein sehr guter Abschluss“, sagte ein Sprecher des Verdi-Landesbezirks Rheinland-Pfalz-Saarland. „Er ist ein guter Schritt in die richtige Richtung.“ Doch sei immer noch „eine Lücke zu anderen Bundesländern da“, sagte er. Das müsse sich in der nächsten Tarifrunde ändern, sagte der Verdi-Sprecher. So werden die Fahrer von Geldtransportern in Nordrhein-Westfalen am besten bezahlt. Sie bekommen ab 2020 einen Stundenlohn von 18 Euro. Schlusslichter sind die Fahrer in den ostdeutschen Bundesländern und Berlin mit 14,42 Euro ab 2020. Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt einer Befragung unter den Gewerkschaftsmitgliedern, die bis zum 18. Januar laufen soll.

Zuvor waren seit Mittwoch mehrere tausend Beschäftigte zum Warnstreik aufgerufen gewesen. Viele Geldtransporter blieben stehen. Der Handel fürchtete Bargeld-Engpässe, sollte der Arbeitskampf nächste Woche fortgesetzt werden. Mit dem Tarifabschluss endeten nun die Warnstreiks.

Auch am Neunkircher Standort von Prosegur wurde am Freitag erneut gestreikt. Nach Verdi-Angaben beteiligten sich 50 der 84 Prosegur-Mitarbeiter an einem Demonstrationszug vom Firmenstandort zum Stummplatz in Neunkirchen.