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Studie: Chefs verlangen mehr von Mindestlohn-Beschäftigten

Studie: Chefs verlangen mehr von Mindestlohn-Beschäftigten

Mit der Einführung des Mindestlohns sind nicht nur die Verdienste, sondern häufig auch die Anforderungen an Beschäftigte im Niedriglohnsektor gestiegen. Das ergibt eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dafür hätten die Betroffenen aber bessere Aussichten auf eine längerfristige Beschäftigung als früher, erläutern die Nürnberger Arbeitsmarktforscher.

Viele Firmenchefs hofften offenbar, mit qualifizierteren und gut eingearbeiteten Mitarbeitern ihre mit dem Mindestlohn gestiegenen Lohnkosten wieder auffangen zu können. Waren es 2014 lediglich zehn Prozent aller Mindestlohn-Jobs, für die bei der Neueinstellung spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten verlangt wurden, so war dies 2015 bereits bei 19 Prozent der entsprechenden Jobs der Fall. Vor allem bei Jobs ab einem Stundenlohn von 10,38 Euro legten viele Firmen Wert auf soziale Kompetenz, Teamfähigkeit und längere Berufserfahrung . In diesem Lohn-Segment würden inzwischen bei gut jedem zehnten Jobangebot außerdem interkulturelle Kenntnisse und Führungsqualitäten verlangt, berichten die Forscher. Entsprechend länger dauere die Besetzung von freien Stellen.