Wegen gestiegenen Beschaffungspreisen: Strompreise im Saarland gehen leicht nach oben

Wegen gestiegenen Beschaffungspreisen : Strompreise im Saarland gehen leicht nach oben

Einige saarländische Stromanbieter heben ihre Preise im kommenden Jahr an. Doch es gibt auch Unternehmen, die ihre Tarife stabil halten.

Zahlreiche Saarländer müssen im kommenden Jahr für ihren Strom tiefer in die Tasche greifen. Mehrere Versorger werden zum Jahreswechsel oder im Laufe des Jahres die Preise erhöhen. So wird eine durchschnittliche Familie in Bexbach ab März 50 Euro mehr für ihren Strom im Jahr zahlen müssen, im Bliestal werden rund 20 Euro mehr fällig, in Völklingen rund 40 Euro. Bei der Berechnung gehen wir in unserer Umfrage von einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr aus.

Als Grund für die Erhöhungen nennen die Stromversorger die gestiegenen Beschaffungspreise. Zwar sinkt die Ökostrom-Umlage – nach der Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum Jahreswechsel zum zweiten Mal in Folge. Statt 6,79 Cent pro Kilowattstunde Strom werden künftig nur noch 6,405 Cent fällig. Doch im Gegenzug steigen andere Entgelte, die den Strompreis wieder nach oben treiben. „Während die EEG-Umlage gesunken ist, sind auf der anderen Seite die Umlagen für Offshore-Strom gestiegen“, sagt Bernhard Wendel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bliestal, die in diesem Jahr den Preis etwas angehoben hat. Und auch die Netzentgelte sind nach oben gegangen. „Netzentgelte sind ein Faktor, den wir nicht beeinflussen können“, sagt Markus Malter, der bei den Stadtwerken in Saarlouis für den Vertrieb zuständig ist. Auch in Saarlouis steigen die Strompreise leicht an. Der größte saarländische Stromversorger Energis hatte dagegen mitgeteilt, dass es durch Effizienzmaßnahmen gelungen sei, den Anstieg der Netzentgelte auszugleichen.

Dass es einige Stromversorger schaffen, die Preise konstant zu halten, während andere mit Preiserhöhungen reagieren, liegt laut Wendel auch an den unterschiedlichen Beschaffungsstrategien der Unternehmen. „Wir kaufen immer drei Jahre im Voraus ein“, sagt er. Weil die Preise an der Strombörse hochgegangen sind, würden sich diese jetzt im Durchschnittspreis auswirken.

Die Bundesnetzagentur beziffert den Anteil der Beschaffungskosten am Strompreis auf etwa 22 Prozent. Mehr als die Hälfte entfallen auf Umlagen, Steuern und Abgaben, ein knappes Viertel auf die Netzentgelte. Für den Stichtag 1. April 2018 hat die Behörde einen durchschnittlichen Strompreis über alle Vertragsarten von 29,88 Cent je Kilowattstunde ermittelt. Auf diesem Niveau bewegt sich der Preis seit 2016.

Die Netzagentur weist aber auch darauf hin, dass die Verbraucher  von einem Wechsel profitieren können. Sie könnten den Energielieferanten wählen, dessen Angebot am ehesten ihren Wünschen entspricht, heißt es von Seiten der Behörde. Je mehr Verbraucher die Möglichkeit eines Lieferantenwechsel nutzten, desto stärker komme es insgesamt zu Wettbewerb im Markt.

Schon vor Wochen hatte das Vergleichsportal Verivox viele Preiserhöhungen im Grundversorgungstarif deutscher Versorger gemeldet. Um durchschnittlich vier bis fünf Prozent würden die Unternehmen die Preise anheben. Grundversorgungstarife gelten als besonders teuer, da sie kurzfristig kündbar sind und somit für die Versorger ein höheres Risiko haben. Als sinnvoller gilt es deshalb, einen dem Verbrauch angepassten, günstigeren Tarif zu wählen.

(Symbolbild). Foto: dpa/Jens Kalaene

Bei der Umfrage unter Stromanbietern, die im Saarland aktiv sind, geht es um einen Vergleich der jeweils günstigsten Tarife für eine Durchschnitts-Familie, allerdings ohne Online-Bonus oder Vorauskasse-Option.