Streiks legen die Bargeld-Versorgung lahm

Geldtransporte : Streiks legen die Bargeld-Versorgung lahm

Bundesweit sind die Geldtransporter-Fahrer in den Ausstand getreten. Im Saarland ist vom Tarif-Streit vor allem die Region Neunkirchen betroffen.

Viele Geldautomaten und Banken haben gestern wegen Warnstreiks der Geldtransporter-Fahrer kein frisches Bargeld bekommen. Bundesweit seien Hunderte Transporte ausgefallen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes. Es seien mehr Fahrer von Geldtransportern, Geldzähler und Vorbereiter in den Streik getreten, als die Gewerkschaft erwartet habe. Zahlreiche Banken bekamen somit kein frisches Bargeld, Händler konnten teilweise die Tageseinnahmen nicht abholen lassen.

Im Saarland war von den Streiks vor allem die Region Neunkirchen betroffen. Dort stand der Standort des Dienstleisters Prosegur gestern nach Aussage der Gewerkschaft Verdi komplett still. Rund 50 Mitarbeiter seien dort in den Ausstand gegangen. Auch im rheinland-pfälzischen Föhren habe nur ein Fahrzeug den Hof verlassen, sagte Verdi-Sprecher Dennis Dacke.

Bei der Sparkasse Neunkirchen war der Ausstand gestern schon zu spüren, sagte Sparkassen-Sprecher Mario Becker. Elf Filialen seien nicht wie geplant mit Geld beliefert worden. Für die kommenden Tage mache man sich nun Gedanken über Möglichkeiten für eine alternative Geldversorgung. Die Sparda-Bank gab an, man habe  vorgesorgt. Es gebe daher aktuell keinen Bargeld-Mangel. Auch für heute hat die Gewerkschaft zum Streik aufgerufen. Neben Neunkirchen und Föhren könnten noch weitere Standorte betroffen sein, teilte Verdi mit.

„Flächendeckend halten sich die Auswirkungen für Verbraucher in Grenzen“, sagte Silke Wollmann, Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW). „Es gibt keine Bargeldknappheit im Handel oder überlaufende Tresore in den Supermärkten – auch nicht bei drei Streiktagen“, sagte Wollmann. Es könne aber passieren, dass einem Automaten mal die Scheine ausgingen und Kunden dann zum nächsten müssten.

Mit den bundesweiten Warnstreiks will Verdi den Druck in der laufenden Tarifrunde erhöhen. Die Tarifverhandlungen für die 12 000 Beschäftigten der Branche werden heute fortgesetzt. Verdi fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro beziehungsweise eine Gehaltserhöhung von 250 Euro pro Monat. Außerdem die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern. Außerdem soll eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages für die gesamte Branche erreicht werden.

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