Streik bei Neue Halberg Guss bleibt zunächst ausgesetzt

Saarbrücker Gießerei : Streik bei Neue Halberg Guss bleibt zunächst ausgesetzt

Vorerst bleibt der Streik bei Neue Halberg Guss (NHG) ausgesetzt. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass in kurzer Frist eine Lösung des Konflikts möglich ist“, teilte die IG Metall am Montag nach Ablauf ihres Ultimatums mit.

Die Gewerkschaft hatte der Arbeitgeberseite am vergangenen Mittwoch eine Frist bis Montag um 17 Uhr gesetzt. Bis dahin müssten „nennenswerte und belastbare Schritte zur Zukunft von NHG“ erkennbar sein, hieß es. Auch wenn der Arbeitskampf noch nicht wieder aufgenommen wird und eine Lösung möglich ist, schließt die IG Metall eine „erneute Eskalation nicht aus“. Der Vorstand der Gewerkschaft sei bevollmächtigt, erneut zum Streik aufzurufen, hieß es in einer Mitteilung.

Der Streik in den Werken Saarbrücken und Leipzig war Ende Juli nach rund sechs Wochen unterbrochen worden. Seitdem läuft die Schlichtung. Nach der fünften Runde hatte es geheißen, es zeichne sich eine mögliche Wende ab – es werde an einem Fortführungs- und Zukunftskonzept für beide Standorte gearbeitet. Zuvor galt die Schließung der Leipziger Gießerei mit 700 Beschäftigten zum Jahresende 2019 als beschlossene Sache. Im Stammwerk Saarbrücken war ein Abbau von 300 der 1500 Jobs erwogen worden. Der Streik und dann auch die Schlichtung zielten zunächst auf einen Sozialtarifvertrag, der die Folgen des Stellenabbaus für die betroffenen Mitarbeiter abfedern sollte. Es ging der IG Metall in den Gesprächen aber immer auch um die langfristige Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze. In der vergangenen Woche sah die Gewerkschaft kaum noch Chancen auf eine Lösung und machte durch ihr Ultimatum Druck auf die Geschäftsführung.

Die Motorblock-Gießerei Neue Halberg Guss gehört seit Mitte Januar zur bosnisch-deutschen Prevent-Gruppe der Familie Hastor, die sich seit Jahren mit dem VW-Konzern erbittert um Lieferkonditionen gestritten hat. Im April begann das Drama bei Neue Halberg Guss mit Unterbrechungen von Lieferungen an Volkswagen, ähnlich wie im Sommer 2016, als Prevent-Töchter mit Lieferstopps Bänder in VW-Werken stilllegten.