Stimmung in der Saar-Wirtschaft stürzt auf neuen Tiefpunkt ab

Saarbrücken/München : Stimmung in der Saar-Wirtschaft stürzt auf neuen Tiefpunkt ab

Die IHK Saarland kappt ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr und rechnet nur noch mit einem Mini-Plus von 0,2 Prozent.

Das Wachstum der Saar-Wirtschaft ist nahezu zum Erliegen gekommen. „Es geht in Richtung Null“, sagte Heino Klingen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK). Die Kammer hat ihre Konjunkturprognose für das Jahr 2018 drastisch gekappt. Im November hatte die IHK noch mit 0,75 Prozent gerechnet, jetzt erwartet sie „nur noch ein Mini-Wachstum in der Größenordnung von 0,2 Prozent““, sagte Klingen. Im Januar hatte er noch mit 1,5 Prozent Plus kalkuliert.

Im Dezember hat sich die Stimmung in der Saar-Wirtschaft noch weiter eingetrübt, wie die Konjunkturumfrage der IHK unter rund 300 Unternehmen mit zusammen 120 000 Beschäftigten ergab. Das IHK-Konjunkturbarometer für die gegenwärtige Geschäftslage fiel den fünften Monat in Folge – um diesmal zwei Punkte auf 36,4 Zähler. Hauptgrund dafür sind den Angaben zufolge deutlich schwächere Geschäfte in der Autoindustrie und dem Maschinenbau. Das Konjunkturbarometer für die Industrie hat sich gegenüber dem Jahreshoch vom Februar halbiert.

Sorgenvoll blicken die Unternehmen auch auf die kommenden sechs Monate. Erstmals seit sechs Jahren ist das IHK-Barometer für die Geschäftsaussichten unter die Nullinie gefallen. Es sackte um drei Punkte auf nun minus 1,9 Zähler ab. „Neben den anhaltenden protektionistischen Bestrebungen der USA, dem nach wie vor ungeklärten ­Brexit und zunehmenden Schwächetendenzen der Weltwirtschaft sind zuletzt auch noch Sondereffekte im saarländischen Fahrzeugbau hinzugekommen“, erläuterte Klingen die Gründe für die Entwicklung. „Diese Probleme schlagen hierzulande stärker zu Buche als in anderen Teilen Deutschlands“, weil die Autobranche im Saarland ein so hohes Gewicht hat und die Industrie überdurchschnittlich exportabhängig ist.

Nicht nur im Saarland, in der gesamten deutschen Wirtschaft hat sich die Stimmung weiter verschlechtert. Im Dezember fiel der Ifo-Geschäftsklimaindex um einen Punkt auf 101,0 Zähler, wie das Münchner Ifo-Forschungsinstitut mitteilte. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer ist damit den vierten Monat in Folge gesunken. 

Die befragten Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für das nächste halbe Jahr schlechter als im November. Nur im Bauhauptgewerbe blieb das Geschäft auf hohem Niveau. „Die Baufirmen schätzten ihre aktuelle Lage noch einmal etwas besser ein“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. „In diesem Jahr fällt die Bescherung für die deutsche Wirtschaft mager aus“, fasste Fuest die Umfrageergebnisse zusammen. Bankökonomen führten den Stimmungsdämpfer vor allem auf Einflüsse von außen zurück, darunter die Gefahr eines ungeordneten ­Brexit oder das schwache Wirtschaftswachstum Chinas.

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