Vorwürfe der Steuerhinterziehung Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Millionär aus Saarland – der weist Vorwürfe zurück

Update · Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt bundesweit gegen 44 Millionäre und ihre Berater, die durch neuartige Steuertricks bis zu 500 Millionen Euro an Steuern hinterzogen haben sollen. Das berichtet das Handelsblatt. Auch ein Saarländer ist unter den Beschuldigten.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Millionär aus Saarland – der weist die Vorwürfe zurück
Foto: dpa/Monika Skolimowska

Es geht um ein laut Staatsanwaltschaft illegales Steuerhinterziehungsmodell,  mit dem die Unternehmer Verluste von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro generiert haben, die real jedoch gar nicht angefallen seien. Durch eine komplexe Art der Verlustverrechnung konnten die Vermögenden im Anschluss ihre Steuerlast um Millionen Euro drücken, so der Vorwurf. Die durchschnittliche Steuerersparnis pro Beschuldigtem soll rund zehn Millionen Euro betragen.

Der Saarländer wird im Handelsblatt als „erfolgreicher Gründer“ beschrieben, der - wie andere Beschuldigte - wegen hoher Gewinne aus einem Unternehmensverkauf immense Steuerlasten befürchtet habe.

 Nun ist klar, um wen es sich dabei handelt: David Alexander Zimmer (48), Gründer der Firma Inexio, eine erfolgreiche Glasfaser- und Telekommunikations-Firma, die 2019 für einen geschätzten Preis von ca. einer Milliarde Euro verkauft wurde.

Zimmer bestätigte auf Anfrage unserer Zeitung die Ermittlungen, wies jedoch die Vorwürfe zurück: „Als Familienunternehmer nehme ich seit 25 Jahren Verantwortung wahr, insbesondere für die Entwicklung meiner saarländischen Heimat als lebenswerten Wirtschaftsstandort und für viele hundert Arbeitsplätze, die ich mit den von mir gegründeten und geführten Unternehmen geschaffen habe. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft München komplexe Vorwürfe in Bezug auf Angaben meinerseits gegenüber dem Finanzamt. Diese Vorwürfe weise ich entschieden zurück.“ Alle Infos finden Sie hier.

Auch mehrere Anwälte von Beschuldigten bestreiten ein illegales Vorgehen. Es handle sich um ein „geniales Modell“, um Steuern zu optimieren. „Das sei das Recht jedes Steuerzahlers“, sagte Strafverteidiger Richard Beyer, der zwei Beschuldigte vertritt, dem Handelsblatt. Ob und in wie vielen Fällen es zu einer Anklage kommt, ist unklar.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung hatten Ermittler bereits am 29. September bei insgesamt mehr als 100 Verdächtigen Privat- und Geschäftsräume durchsucht. In München steht demnach eine Beratungsfirma im Fokus der Ermittlungen, die das Steuersparmodell vertrieben haben soll. Für den Kauf von zwei gegenläufigen Wertpapieren soll sie jeweils eine eigene Gesellschaft gegründet haben. Die Klienten sollen dann diejenige Gesellschaft übernommen haben, bei der bereits ein Verlust zu Buche stand. Diesen Verlust sollen sie laut Süddeutscher Zeitung erst nach der Übernahme realisiert und beim Fiskus noch einmal geltend gemacht haben. Dass durch das gegenläufige Geschäft ursprünglich gar kein Verlust entstanden war, sollen sie verschwiegen haben.

(hau)