Stahlarbeiter im Saarland bekommen mehr Geld

15 000 Beschäftigte : Stahlarbeiter im Saarland bekommen mehr Geld

(dpa) Die rund 15 000 Beschäftigten der Stahlindustrie im Saarland, in Hessen und in Baden erhalten mehr Geld. Die IG Metall und der Arbeitgeberverband der Saarhütten (VdS) haben sich am Mittwochabend in Saarlouis auf eine zweistufige Tariflösung geeinigt, die auch für die Beschäftigten der Badischen Stahlwerke in Kehl und der Buderus Edelstahl in Wetzlar gilt. Zum 1. Juli werden die Gehälter um 2,3 Prozent erhöht, zum 1. August des kommenden Jahres um weitere 1,7 Prozent.

Die Vertreter der Arbeitgeberseite betonten ihre Unzufriedenheit. Mit der Einigung habe man einen Streik vermeiden wollen. "Die Stahlindustrie befindet sich seit fünf Jahren in einer krisenhaften Lage", erklärte der Verhandlungsführer des VdS, Albert Hettrich. Ein Aufwärtstrend sei nicht erkennbar. "In dieser Situation sollten auch die Beschäftigten einen erkennbaren Beitrag leisten." Dazu sei die IG Metall nicht bereit gewesen.

Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Jörg Köhlinger, hielt dagegen: "Die Beschäftigten verdienen mehr Geld. Sie haben ihren Anteil zur Stabilisierung der Stahlindustrie geleistet. Die Arbeitgeber wollten die Tariferhöhung bis Anfang 2018 aussetzen und die Beschäftigten von der übrigen Stahlindustrie abhängen. Das war ein Affront." Der Tarifabschluss sei auch für die Unternehmen tragbar.