Positive Geschäftsentwicklung: Software-Unternehmen Orbis braucht mehr Platz

Positive Geschäftsentwicklung : Software-Unternehmen Orbis braucht mehr Platz

Freude bei den Aktionären: Das Saarbrücker Software- und Beratungsunternehmen Orbis bleibt auf der Erfolgsschiene und erhöht die Dividende um zwei Cent auf 14 Cent pro Anteilsschein.

Wegen des Erfolgs hat das Unternehmen im vergangenen Jahr viele neue Mitarbeiter eingestellt. Die Belegschaft wuchs von 387 auf 436 Beschäftigte. Deshalb braucht Orbis mehr Raum und prüft derzeit, ob ein Anbau auf dem Saarbrücker Firmengelände auf den Saarterrassen möglich ist. Anlass zur Sorge bereitet hingegen der anhaltende Fachkräftemangel im IT-Bereich.

„Der Arbeitsmarkt bleibt durch die hohe Nachfrage nach Beratern weiterhin angespannt“, sagte Vorstandssprecher Thomas Gard auf der Hauptversammlung im Saarbrücker E-Werk vor rund 360 Anteilseignern. Über 80 Prozent des Umsatzes entstünden durch Dienstleistungen. Dafür sind besonders viele Mitarbeiter nötig.

Der Fachkräftemangel sei auch einer der Gründe für den, wie Gard es ausdrückte, „eher vorsichtigen“ Ausblick für das laufende Jahr. Er rechnet mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich. Im vergangenen Jahr waren es fast zehn Prozent auf 50,4 Millionen Euro. Im Grunde ist Gard sehr zuversichtlich. Er sieht gute Chancen als Partner von Unternehmen im Bereich Digitalisierung und Industrie 4.0. Außerdem möchte Orbis in die Entwicklung neuer Systeme  und in die Aus- und Weiterbildung investieren. Man rechne weiterhin mit einer „sehr positiven Geschäftsentwicklung“, sagte Finanzvorstand Stefan Mailänder.

Ein Aktionär sprach das Thema Künstliche Intelligenz an. Könnte die Personallage entspannt werden, indem sich Abläufe automatisieren lassen? Gard sah darin keine Lösung. In der Software-Entwicklung gebe es bislang keine zuverlässigen Produkte.

Abgesehen vom Fachkräfte-Problem präsentierte sich Orbis auf der Aktionärsversammlung als rundum erfolgreich. „Wir sind sehr gut aufgestellt“, sagte Mailänder. Wie Gard berichtete, ist es gelungen, mit dem Beratungsangebot und den Produkten viele neue Kunden zu gewinnen. Eine Marketing-Initiative mit dem Schwerpunkt Digitalisierung in der Fachpresse habe dazu beigetragen, das Unternehmen bekannter zu machen. Die Aktionäre zeigten sich denn auch zufrieden mit der Firmenentwicklung und lobten Belegschaft und Management.

Ein Wunsch eines Aktionärs sorgte für Unruhe und zögerte das Ende der Versammlung hinaus: Er beantragte, die Mitglieder des Aufsichtsrats einzeln zu entlasten. Der Antrag wurde jedoch von der Mehrheit der Aktionäre abgelehnt. So konnten die Aktionäre das Mittagsbuffet im Anschluss doch noch zügig stürmen.

Die Saarbrücker Orbis AG unterstützt Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse: durch Lösungen von SAP und Microsoft, aber auch mit Hilfe eigener Produkte. Kunden sind unter anderem ZF, Hörmann, Hydac und Rittal. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 16,3 Prozent auf 2,5 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben dem Konzern 1,85 Millionen – ein Plus von 22 Prozent.

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