Semvox Gründer verkaufen 82 Prozent ihrer Anteile

Nach Startup-Erfolg : Semvox verkauft 82 Prozent der Anteile

Vor rund zehn Jahren haben vier DFKI-Studenten ein Startup für Spracherkennung gegründet. Jetzt gehen sie eine strategische Allianz ein und verkaufen die Mehrheit der Anteile.

Das saarländische Unternehmen für Spracherkennung Semvox hat einen neuen Großinvestor. Die Gründer des Unternehmens, Norbert Pfleger, Alexander Pfalzgraf, Jan Schehl und Jochen Steigner haben die Mehrheit des Unternehmens an die Paragon GmbH & Co KgAA verkauft. Paragon ist spezialisiert auf Lösungen im Bereich der Automobiltechnik, Karosserie-Kinematik und Elektromobilität. Der Firmensitz ist in Delbrück in Nordrhein-Westfalen.

Paragon übernimmt 82 Prozent der Unternehmensanteile für 16,4 Millionen Euro. Neben den vier Gründern halten auch noch das Deutsche Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz (DFKI), die Saarländische Wagnisfinanzierungsgesellschaft SWG, die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW und die K. Ladendorf Beteiligung GmbH Anteile an dem Unternehmen. Künftig werden die Gründer jeweils noch mit 4,5 Prozent an Semvox beteiligt sein.

Für Semvox, das vor rund zehn Jahren aus dem DFKI ausgegründet wurde, ist der Einstieg von Paragon ein strategisch notwendiger Schritt. Semvox hat sich unter anderem auf Spracherkennungssoftware für Automobilhersteller spezialisiert. In diesem Markt konkurriert das saarländische Startup mit Großunternehmen wie Google, Amazon und Microsoft. Insofern sei es wichtig gewesen, mit einem größeren Partner zusammenzugehen, sagt Mitgründer Steigner. Paragon sei dabei noch klein genug gewesen, um die Flexibiltät zu erhalten. Außerdem sei die Allianz auch strategisch sinnvoll, weil Paragon Hardware herstellt, die in Verbindung mit der Semvox-Software eingesetzt wird.

Mit dem Kauf ist auch ein Umzug von Semvox verbunden. Zum Jahresende sollen die Paragon-Tochter aus Bexbach und Semvox in ein gemeinsames Gebäude in Kirkel umziehen. Semvox werde auch weiter wachsen, sagt Steigner. Aktuell beschäftigt das Unternehmen über 60 Mitarbeiter. Allerdings würden weiterhin Entwickler gesucht.

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