Saarbrücken/München: Schlechte Stimmung in der saarländischen Industrie

Saarbrücken/München : Schlechte Stimmung in der saarländischen Industrie

Der schwache Export zieht die Stimmung in der gesamten Saar-Wirtschaft nach unten. Aber nicht alles ist negativ.

Die saarländische Wirtschaft hat weiter an Schwung verloren. Besonders in der Industrie hat sich die Stimmung in den Unternehmen noch mehr eingetrübt. Das geht aus der März-Umfrage der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK) unter rund 300 Firmen mit insgesamt 120 000 Mitarbeitern hervor. Das Konjunkturbarometer für die Industrie fiel demnach binnen eines Monats um mehr als zehn Punkte auf 15,7 Zähler. Auf einem ähnlich niedrigen Stand lag er zuletzt vor mehr als fünf Jahren. Dadurch sank erneut auch das  Konjunkturbarometer für die gesamte Saar-Wirtschaft zum achten Mal in Folge.

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft insgesamt haben sich dagegen im März überraschend etwas aufgehellt. Wie das Münchner Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitut mitteilte, stieg das von ihm erhobene Geschäftsklima um 0,9 Punkte auf 99,6 Zähler. Es ist der erste Anstieg nach sechs Rückgängen in Folge. „Die deutsche Wirtschaft stemmt sich dem Abschwung entgegen“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Besser war die Stimmung im Dienstleistungssektor, im Handel und am Bau. Wie im Saarland trübte sich im verarbeitenden Gewerbe die Stimmung abermals ein. Die Erwartungen fielen auf den tiefsten Stand seit November 2012.

Die Gründe für die schlechte Stimmung in der Saar-Industrie „liegen vor allem im Exportgeschäft. Weder aus Europa noch aus den großen Schwellenländern kommen wachstumstreibende Impulse. Die robuste Binnennachfrage stützt zwar die Konjunktur, kann das schwache Exportgeschäft aber nicht kompensieren“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Heino Klingen.

Konjunktur im Saarland März 2019. Foto: SZ/Müller, Astrid

Leicht verbessert haben sich die Aussichten für das kommende halbe Jahr. Das entsprechende Konjunkturbarometer ist von minus 3,4 auf minus 1,8 Punkte gestiegen. Es liegt damit aber weiterhin im negativen Bereich. Daher rechnet die IHK damit, dass die Auftriebskräfte gedämpft bleiben. Im Unterschied zur Industrie dürfte sich die Nachfrage in den Dienstleistungsbranchen aber weiterhin positiv entwickeln, prognostiziert die Kammer.

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