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Saarland erwartet Besucher-Rekord

Saarland erwartet Besucher-Rekord

Immer mehr Touristen aus dem Ausland entdecken das Saarland. Am Auffälligsten ist das stark gestiegene Interesse von Schweizern und Niederländern. Auch per Motorrad wird die Region häufiger besucht.

2016 entwickelt sich für den Saar-Tourismus zu einem Rekordjahr. "Es läuft gut für uns", sagte gestern die Chefin der Tourismus-Zentrale Saar (TZS), Birgit Grauvogel, unserer Zeitung. Die bisherigen Übernachtungszahlen veranlassen sie zu der Prognose, dass im laufenden Jahr erstmals über drei Millionen Übernachtungen erreicht werden. Sogar der üblicherweise schwache Februar sei mit 202 724 Übernachtungen deutlich besser gelaufen als in den Vorjahren. Gleichzeitig erschließt sich das Saarland neue Besuchergruppen. Auffallend ist ein starker Anstieg der Urlauber aus der Schweiz und aus den Niederlanden.

Für die Schweizer zähle durch den Wechselkurs zwischen Franken und Euro das günstige Preis-Leistungsverhältnis in der Region sowie die Möglichkeit, Wandern und Radfahren in einer Premium-Qualität nach Schweizer-Vorbild zu erleben. Die TZS wirbt verstärkt auf Bahnhöfen, in Zügen der Staatsbahn sowie in Schweizer Medien.

Niederländer schätzten an der Saar besonders das Camping in einer Landschaft aus Seen, Hügeln und Mittelgebirge, aber auch die Möglichkeit, hier Motorradtouren zu unternehmen. Generell kommen in jüngster Zeit mehr Motorrad-Touristen in die Region. Einige Hotels haben sich schon auf diese Gäste spezialisiert mit der Möglichkeit, Biker-Kleidung schnell zu waschen oder auch kleinere Reparaturen in einer zur Unterkunft gehörenden Werkstatt zu erledigen. Für viele Motorrad-Touristen zähle zudem die Nähe zu Frankreich. Belgier kommen laut Grauvogel eher, um Gastronomie mit einer Kulturveranstaltung zu verbinden.

Französischen Gästen sei es besonders wichtig, dass sie sich in ihrer Sprache verständigen können. Deshalb sei es wichtig, dass das Personal Hotels und Restaurants auch französisch sprechen kann, sagte Grauvogel. in Deutlich mehr Besucher als früher fragten in Lokalen nach regionalen Spezialitäten. Die Dichte an Sterneköchen spiele für ein interessiertes Publikum eine wichtige Rolle.

Am häufigsten punkte das Saarland mit Angeboten rund um die Natur, sagte Grauvogel. Hier klopften zunehmend Vereins-Vorsitzende aus dem gesamten Bundesgebiet an, die mit ihren Mitgliedern kommen wollen. Natur könne man immer vielfältiger erleben: vom Saar-Hunsrück-Naturpark bis zur Biosphäre Bliesgau. Dort gehört zu den jüngsten Angeboten, dass Gruppen zusammen ein Floß bauen und auf der Blies fahren können. Solche und ähnliche Angebote wie etwa den "Urwald vor der Stadt" in Saarbrücken will die TZS auch stärker für Familien anbieten. Hauptvorteil des Saarlandes sei, dass man viele Arten von Erlebnissen in einem überschaubaren Raum erleben kann. Nirgendwo sonst könne man auch gleich drei Unesco-Auszeichnungen erleben: das Weltkulturerbe Völklinger Hütte, den Pilger-Wanderweg und die Biosphäre.

Unterdessen drängt Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD ) zur weiteren Förderung des Tourismus eine noch engere Verzahnung von Angeboten und Anbietern. Deshalb plant sie sechs Landkreiskonferenzen, die erste im Regionalverband Saarbrücken am 23. Mai in Sulzbach. Tourismus-Vorhaben der Landkreise sollen mit Vorstellungen des Landes zusammengebracht werden.