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Saarbrücker Hochschule zieht es nach Indien

Saarbrücker Hochschule zieht es nach Indien

Im Oktober reist eine Delegation unter Federführung der Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) nach Indien. Neben einem Kongress stehen Kooperationsvereinbarungen auf dem Programm.

Die Saarbrücker Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) zieht es nach Indien. Im Umfeld eines Kongresses, den das Netzwerk AKJ Automotive am 18. und 19. Oktober im BMW-Werk in der indischen Stadt Chennai im Südosten des Landes veranstaltet, will HTW-Rektor Wolrad Rommel Kooperationsvereinbarungen mit zwei indischen Hochschulen abschließen. Es handelt sich um die SRM Universität in Chennai und das "Great Lakes Institute of Management", das ebenfalls in der Nähe von Chennai beheimatet ist. "SRM ist eine sehr technisch ausgerichtete Hochschule, wohingegen bei Great Lakes die Betriebswirtschaftslehre im Vordergrund steht", erläutert Rommel in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Ein wichtiger Schwerpunkt bei SRM ist die Mechatronik und hierbei auch die Automobiltechnik. "Genau in diesem Bereich von Lehre und Forschung wollen wir uns als HTW in der Ingenieurwissenschaft verstärken", sagt der Rektor. Dieser Lehr- und Forschungsbereich ist inzwischen zu dem Kompetenzfeld Mobilität zusammengefasst. Im Fokus stehen unter anderem die Bereiche Fahrzeugtechnik, Digitalisierung der Automobilproduktion, automatisierte zerstörungsfreie Prüfverfahren, digital vernetzte Fahrzeuge sowie Produktionslogistik und Supply Chain Management. Unter letzterem versteht man die enge technische Verzahnung von Autoherstellern zu den Zulieferern.

Genau darum geht es auch auf dem AKJ-Kongress, den HTW-Professor Klaus J. Schmidt mit dem Experten-Netzwerk AKJ Automotive auf die Beine gestellt hat. Der Hochschullehrer betreibt zusammen mit seinem Kollegen Professor Thomas Korne in Saarbrücken zudem das IPL Institut für Produktions- und Logistiksysteme. Es befasst sich intensiv damit, wie Warenströme zwischen Autobauern und Zulieferern optimiert werden.

Kongresse zu diesen Themen werden in Saarbrücken schon seit Jahren veranstaltet. "Aber mit der indischen Automobilwirtschaft beschäftigen wir uns zum ersten Mal", sagt Schmidt. Die Referenten befassen sich unter anderem damit, wie Autoteile von Deutschland zuverlässig nach Indien transportiert werden können. "Ein großes Problem sind hierbei zum Beispiel die Zollbestimmungen", erläutert Korne. Auf dem Kongress soll allerdings auch darüber gesprochen werden, wie indische Zulieferer stärker in die Fertigung der deutschen Autowerke eingebunden werden können - und ob das wegen eines teilweise desolaten Wege- und Schienennetzes überhaupt möglich ist.

Von der Kooperation mit den indischen Hochschulen verspricht sich HTW-Rektor Rommel einiges. So könnten Studierende aus dem Saarland dort in einem Austauschprogramm einen Teil ihres Studiums absolvieren. Außerdem setzt er auf gemeinsame Forschungsvorhaben der einzelnen Lehrstühle und einen intensiven Erfahrungsaustausch. So seien in Indien Forschungsprojekte zwischen Hochschulen und der Industrie unüblich, an der HTW allerdings Tagesgeschäft. Auch dass Studierende einen Teil ihrer Ausbildung im Rahmen eines kooperativen Studiums in einer Firma absolvieren, sei ein Modell, "dass wir den indischen Kollegen näherbringen können", meint Rommel.